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Beckhoff mit eigenem Betriebssystem und AMD-Prozessoren

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Beckhoff mit eigenem Betriebssystem und AMD-Prozessoren

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Die Messe SPS nutzen Automatisierungsspezialisten wie Beckhoff Automation, um jährlich zahlreiche Neuerungen vorzustellen. Die Verler wollen auch im Corona-Jahr 2020 keine Ausnahme machen und bieten mit Twincat/BSD nun ein eigenes Betriebssystem an, das langfristig nicht nur Windows CE ablösen kann. Auch bei den IPCs gibt es Neuerungen, die Baureihe CX20x3 bietet sogar AMD-Prozessoren. Ganz nebenbei feiert das Unternehmen den 25. Geburtstag der Busklemme, die 1995 erstmals vorgestellt wurde.

Wie erwartet hat die Beckhoff Automation GmbH & Co. KG in Verl auch im Herbst des Corona-Jahres 2020 wieder zahlreiche Neuerungen vorgestellt. Dazu gehört mit Twincat/BSD ein neues und alternatives Betriebssystem für alle neueren Industrie-PC-Plattformen von Beckhoff, das die Vorteile von Windows CE – kostengünstig und kleiner Footprint – mit den Eigenschaften der großen Windows-Betriebssysteme kombiniert. In vielen Anwendungsbereichen kann es deswegen auch eine Alternative zu Windows 7 oder 10 darstellen.

FreeBSD bildet die Basis für Twincat/BSD

Twincat/BSD kombiniert die Twincat Runtime mit FreeBSD, dem industriell erprobten und zuverlässigen Open-Source-Betriebssystem. FreeBSD ist Unix-kompatibel und wird als Open-Source-Projekt von einer großen Entwicklergruppe kontinuierlich weiterentwickelt. Das System – und damit auch Twincat/BSD – unterstützt ARM-CPUs bis hin zu Intel-Xeon-Prozessoren und bietet somit eine skalierbare Plattform von kleinen Embedded- bis zu Hochleistungs-IPC-Steuerungen. Twincat/BSD basiert also auf FreeBSD, wird aber von Beckhoff gepflegt und gehostet. Es bietet auch die Multicore-Unterstützung, so dass sich bei Bedarf einzelne Prozessorkerne für die exklusive Nutzung von Twincat reservieren lassen.

Die aktuelle Mindestgröße eines Basis-Images beträgt rund 300 MB, bei einem sehr geringen RAM-Verbrauch von weniger als 100 MB. Somit sind mit Twincat/BSD auch sehr kompakte Steuerungen realisierbar. Es lassen sich alle Twincat 3-Runtime-Funktionen nutzen und die Programmierung kann wie gewohnt auf einem Windows-Entwicklungsrechner und mit dem in Visual Studio integrierten Twincat 3 XAE erfolgen.

Erstmals AMD-Prozessoren bei Beckhoff-Embedded-PCs

Vorgestellt wurden 2020 mit der Baureihe CX20x3 auch Embedded-PCs mit AMD-Prozessoren. Laut Beckhoff – sonst eher traditionell mit Intel-Prozessoren unterwegs – punktet der AMD-Ryzen-Prozessor mit hoher CPU-Leistung, verbessertem Echtzeitverhalten und guten Grafikfähigkeiten. Nutzen lässt sich die neue Hardware sowohl mit der Automatisierungssoftware Twincat 2 als auch mit Twincat 3. Als Betriebssystem kann Microsoft Windows 10 IoT Enterprise 2019 LTSC oder das neue Twincat/BSD eingesetzt werden. Verfügbar sind derzeit zwei Embedded-PCs:

  • CX2033: lüfterloses Gerät ohne rotierende Bauteile mit AMD-Ryzen-V1202B-CPU (2,3 GHz Taktfrequenz, zwei Cores)
  • CX2043: hochleistungsfähiges Gerät mit kugelgelagertem und drehzahlüberwachten Lüfter sowie AMD-Ryzen-V1807B-CPU (3,35 GHz Taktfrequenz, vier Cores)

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Erweiterung der Ultra-Kompakt-IPC-Reihe

Eine hohe lüfterlose Rechenpower zeichnet auch den Ultra-Kompakt-Industrie-PC C6027 aus, mit dem Beckhoff die Baureihe der IPCs mit sehr kompakten Abmessungen erweitert. Der C6027 bietet dennoch Intel-Core-i-Rechenleistung und verfügt im Vergleich zum bereits im Markt eingeführten IPC C6025 über eine zweite Platinenebene. Mit dieser kann sich der Anwender optional für eine Schnittstellen- oder Funktionserweiterung entscheiden. Zu Beginn verfügbar sind hierbei:

  • 6 Ethernet-Ports (RJ45)
  • eine integrierte 1-Sekunden-USV zur Sicherung von persistenten Daten

So eignet sich der C6027 in der ersten Variante, also mit insgesamt neun Ethernet-Ports, gut als IoT- beziehungsweise Security-Gateway zur Verbindung verschiedener Maschinen- und Anlagenmodule. Neben einer solchen Edge-Device-Funktionalität profitiert der Maschinenbau mit dem C6027 aber auch insgesamt von einer leistungsstarken und mit 82 x 127 x 69 mm äußerst kompakten Maschinensteuerung. Diese passt in nahezu jedes Schaltschrank- und Maschinenkonzept.

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Busklemme feiert 25. Geburtstag

Vor 25 Jahren kombinierten übrigens Automatisierungsbegeisterte das etablierte Reihenklemmenprinzip mit der Feldbustechnologie – heraus kam die Busklemme, die Beckhoff Automation zusammen mit Wago Kontakttechnik zu einem modularen und offenen I/O-System entwickelte und zur Hannover Messe 1995 vorstellte. Bei der elektronischen Reihenklemme setzte man bewusst auf eine Weiterentwicklung des damals existierenden Blockmodul-Konzepts, das den Verkabelungsaufwand für die I/O-Ebene bereits deutlich reduzierte. Das neue Busklemmen-Konzept ging jedoch noch einen Schritt weiter, um die traditionelle Reihenklemme durch eine elektronische Version zu ersetzen. Auf diese Weise entstand nicht nur die komplette Hardware, Software und K-Bus-Kommunikation für das Klemmensystem, sondern zudem eine vollständige Produktfamilie aus Buskoppler, Signal- und Systemklemmen – anders formuliert: ein feldbusunabhängiges, hochmodulares I/O-System.

Hannover Messe 1995: Wago und Beckhoff stellen I/O-System vor

Heute hat sich die Technik der Busklemme als weltweiter und universell einsetzbarer Automatisierungsstandard etabliert. Bei Beckhoff kommt die Bus- und Ethercat-Klemmentechnologie nun in einem äußerst breiten Applikationsspektrum zum Einsatz, von der klassischen Maschinenautomatisierung über die Ethernet-basierte Gebäudeautomation bis hin zur Prozesstechnik. Im Laufe der Zeit entstand auf diese Weise das heutige, nahezu lückenlose IP-20- und IP-67-I/O-Portfolio – das nach wie vor aber auf die ursprüngliche Idee der Busklemme zurückzuführen ist. Dazu gehören auch die gelben Twinsafe-Klemmen für die Funktionale Sicherheit sowie die eigensicheren blauen Ausführungen für die Prozesstechnik.

Kommunikation reicht inzwischen bis in die Cloud

2020 lautet einer der Fragen von Automatisierern fast immer, wie sich Daten- und Kommunikationsdienste effizient in die Cloud einbinden lassen. Auch hier stellte Beckhoff bereits 2015 mit der Twincat-IoT-Produktfamilie eine Lösung für die IoT-Kommunikation bereit, da die Datenübertragung in die Cloud oder zwischen vernetzten Maschinen die Produktionseffizienz deutlich steigern kann. Inzwischen lässt sich dazu auch die Industrial-IoT-Servicelösung Mindsphere von Siemens einbinden. Die Beckhoff-Automatisierungssoftware Twincat 3 kann als http(s)-Client mit http(s)-Servern kommunizieren, beispielsweise um über eine REST-API Daten auszutauschen. Die Verbindung zur Mindsphere lässt sich per TLS (Transport Layer Security) absichern und verwendet zusätzlich deren spezifische Authentifizierungsmechanismen. (co)

Weitere Details speziell zum neuen Betriebssystem Twincat/BSD:
hier.pro/ScZEf

Kontakt:
Beckhoff Automation GmbH & Co. KG
Hülshorstweg 20
33415 Verl
Tel. + 49 5246/963-0
info@beckhoff.de
www.beckhoff.de



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