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Effizient hacken

WEG-Motoren treiben leistungsstarken Trommelhacker in Sägewerk in Rumänien an
Effizient hacken

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Im August 2015 wurde das dritte Sägewerk der österreichischen Schweighofer-Gruppe in Reci in Rumänien in Betrieb genommen. Kernstück der dortigen Brennstoffaufbereitungslinie ist ein Trommelhacker von Bruks Klöckner. Das Besondere an diesem Hacker ist der spezielle Antrieb. Dieser wird von zwei intelligent kombinierten Niederspannungsmotoren von WEG gewährleistet.

Autor: Heiner Steinebach, Vertriebsgebietsleiter bei WEG in Deutschland

Bruks ist ein führendes Unternehmen im Anlagenbau und der Ausrüstung der holzverarbeitenden und Schüttgut verarbeitenden Industrie mit Niederlassungen in Schweden, USA und Deutschland. Zum Portfolio gehört unter anderem eine große Bandbreite an Hackern für alle Bereiche der holzverarbeitenden Industrie. Das Unternehmen fertigt Trommelhacker mit bis zu 2,8 m Rotordurchmesser und bis zu 15 Messerreihen für unterschiedliche Anforderungen in der Säge-, Zellstoff- und Papierindustrie, für Spanplattenwerke, Biomassekraftwerke, Pelletwerke sowie Sonderausführungen für die unterschiedlichsten Spezialanwendungen.
Für das angeschlossene Biomasse-Kraftwerk des Schweighofer-Sägewerks in Reci lieferte der Spezialist die komplette Brennstoffaufbereitungslinie. Das Herz der Anlage bildet ein Trommelhacker vom Typ DH 850 x 1200 mit insgesamt 15 Einzugswalzen und einer Antriebsleistung von 710 kW. Der Hacker hat einen Messerflugkreisdurchmesser von zwei Metern, ist mit zwei Messerreihen bestückt und produziert pro Stunde 60 Tonnen Hackschnitzel mit einer Hacklänge von 65 mm.
Vom Rundholz zum Hackschnitzel
Die Brennstoffaufbereitungslinie besteht aus mehreren Anlagen, die reibungslos ineinander greifen. Zunächst nimmt ein Querförderer das Rundholz auf, bevor ein Vereinzelner dieses dosiert auf die Hackerlinie aufgibt. Über einen Dosiertisch wird der Linie zusätzlich kurzstückiges Holz dazu dosiert. Vom Hackervorband mit integrierter Metallsuchspule gelangt das Rundholz in den Hacker selbst. Die erzeugten Hackschnitzel werden schlussendlich von einem Austrag- und Verteilkratzer aufgenommen und weitergeleitet.
Die Hackerlinie zeichnet sich unter anderem durch ihre Sauberkeit aus: anfallender Schmutz unter dem Hackerband bzw. unter dem Querförderer und Vereinzelner wird über Transportelemente aufgefangen und auf das Materiallager transportiert. Von dort wird es der thermischen Verwertung zugeführt.
Besonderer Antrieb
Ein Niederspannungsmotor von WEG mit einer Ausgangsleitung von 710 kW treibt den über zehn Tonnen schweren Hackrotor an. Der sechspolige Käfigläufer-Motor der Baugröße 450 J/H erzeugt ein Nenndrehmoment von 6825 Nm. Dabei erreicht er eine Effizienz von 96,3 % unter Volllast. Der Rotor ist aus Kupferstäben gefertigt und der Motor lässt sich bei Umgebungstemperaturen von -30°C bis +40°C einsetzen. Die Leistungsübertragung vom Hauptmotor auf den Trommelhacker erfolgt per Keilriementrieb. Die Riemenscheibe ist nicht auf die Motorwelle montiert, sondern beidseitig in Stehlagern gelagert, da die Radialkräfte bei diesen Antriebsdimensionen viel zu hoch für die Motorwelle bzw. die Motorlager sind. Der Hauptmotor ist per elastischer Bolzenkupplung mit der Riemenscheibe verbunden.
Auf der gegenüberliegenden Seite ist der sechspolige Hilfs- beziehungsweise Anschleppmotor mit einer Leistung von 55 kW des Antriebsspezialisten mit der Riemenscheibe gekuppelt. Er wird über einen Frequenzumrichter leistungsgeregelt hochgefahren und beschleunigt so das ganze System langsam bis auf Nenndrehzahl (994 U/min). Die Hochlaufzeit beträgt rund zwei Minuten. Sobald der Hauptmotor die exakte Nenndrehzahl erreicht, wird dieser direkt eingeschaltet, sodass dort kein Anlaufstrom entsteht. Auch der Hilfsmotor ist aufgrund der kalten Winter in Rumänien für eine Umgebungstemperatur von -30°C ausgelegt.
Umgekehrt ermöglicht es diese spezielle Ausführung des Antriebs, den Hacker nach dem Abschalten elektronisch zu bremsen, wobei die Bremsenergie in das Stromnetz zurückgespeist wird. Statt einer Auslaufzeit von circa elf Minuten ohne Bremse, beträgt die Bremszeit mit diesem Antriebssystem, das derzeit nach Angaben des Herstellers einzigartig auf dem Hacker-Markt ist, nur etwa zwei Minuten. Des Weiteren ist noch ein kleiner Getriebemotor auf dieser Motorenachse, der per Magnet-Schaltkupplung mit dem zweiten Wellenende des Anschleppmotors verbunden ist. Im Normalbetrieb ist er vom Antriebsstrang entkoppelt. Er wird ausschließlich im Wartungsmodus zugeschaltet, um den Hackrotor langsam in die jeweils günstigste Position zum Messerwechsel zu drehen. Messerwechsel sind durchschnittlich alle zwei Schichten erforderlich. Den etwa zehn Tonnen schweren Rotor manuell zu bewegen, ist kaum möglich und auch aus Sicherheitsgründen nicht zulässig.
Vorteile für Anlagenbauer und -betreiber
Bruks und WEG arbeiten seit vielen Jahren im Rahmen verschiedener Projekte zusammen. Rainer Benner, zuständiger Projektleiter bei Bruks, weiß daher genau, was er an den Motoren hat: „Wir haben langjährige Erfahrung mit WEG-Motoren als Antriebe für unsere verschiedenen Zerkleinerungsmaschinen – von kleinen, schnelllaufenden Feinspanmühlen bis zu den größten Trommelhackern, die je produziert wurden. Von daher waren wir uns sicher, dass sich diese für robuste Einsatzfälle wie in Reci eignen. Auch das Preis-Leistungsverhältnis hat dazu beigetragen, uns wieder für WEG-Motoren zu entscheiden.“ Auch Anlagenbetreiber Schweighofer profitiert: Dank der hohen Robustheit und Wartungsarmut der Motoren läuft der Trommelhacker äußerst zuverlässig und kostspielige Stillsandzeiten werden auf ein Minimum reduziert. Darüber hinaus sinken durch die Energierückspeisung beim Abbremsen sowie den drehzahlgeregelten Anlauf des Trommelhackers Energieverbrauch und Betriebskosten. jg

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Kerpen-Türnich
Tel. +49 2237 9291-0
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