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Alexander Melkus im Interview

Sigmatek und die Smart Factory

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Mit Know-how und Bezug zu den realen Maschinenanwendungen baut Sigmatek sein Automatisierungs-Portfolio aus. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf flexiblen Mehr-CPU-Lösungen, modernen Bedienpanels und dem einfachen Engineering. Alexander Melkus, Strategic Sales Management bei Sigmatek im österreichischen Lamprechtshausen, erläutert im Interview Zielsetzung und Ansätze.

Interview: Michael Corban, Chefredakteur, elektro AUTOMATION

elektro AUTOMATION: Sigmatek stellt die Smart Factory in den Fokus der Betrachtung – wie ordnen Sie das Thema zwischen Industrie 4.0 und Industrial Internet Consortium (IIC) ein?
Melkus: Wir haben uns bewusst für den Begriff Smart Automation in der Smart Factory entschieden – da wir ja mit unserem Automatisierungsangebot nur einen Teil dazu beitragen können, allerdings einen sehr wichtigen Teil. Ziel einer Smart Factory ist, Losgröße 1 in der gleichen Qualität wie in der Serienfertigung zu produzieren – und das hier in Europa und zu einem wettbewerbsfähigen Preis. In der Summe erfordert das viel Know-how in den zugrundeliegenden Maschinenanwendungen – und genau das bieten wir. Mit unserer Steuerungsgeneration S-DIAS haben wir in puncto Miniaturisierung einen Schritt nach vorn gemacht – weil wir zukünftig vermehrt kleinere, verteilte Intelligenzen sehen werden. Den Riesenrechner, der eine komplette Anlage steuert, wird es nicht mehr geben. Eine dezentrale Struktur kann wesentlich vielfältiger aufgebaut werden: unterteilt in funktionale Einheiten und in unterschiedliche Topologien – sei es eine Baum-, Stern- oder Linienstruktur – lassen sich die konkreten Anforderungen flexibel erfüllen. Von Vorteil ist dabei auch, dass ich etwa CPU 1 zum Master und CPU 2 zum Slave machen kann und beide miteinander verbunden sofort zeit- und taktsynchron arbeiten; was die Erweiterung oder auch den Austausch von Maschinen-Komponenten sehr erleichtert.
elektro AUTOMATION: Verständlicherweise nutzen Sie in Ihrer Steuerungslandschaft dann auch den hart-echtzeitfähigen Ethernetbus Varan. Was halten Sie von Time-Sensitive Networking (TSN), mit dem in den Ebenen darüber OPC UA als Protokoll zumindest weich-echtzeitfähig wird?
Melkus: Das ist ein guter Ansatz, weil viele Steuerungshersteller die OPC UA Kommunikation unterstützen – diese aber mittels TSN wirklich echtzeitfähig zu machen, wird noch etwas Zeit beanspruchen. Im Normalfall sollte es für eine Vielzahl an Anwendungen ausreichen, Echtzeit im niedrigen Millisekundenbereich zu erreichen. Damit dürfte sich OPC UA TSN vor allem für die Linien- und Zellensynchronisierung eignen. Und aus der Maschine heraus, die mit Varan arbeitet, Daten via OPC UA weiter nach oben zu schicken, macht Sinn und dies machen wir jetzt schon. Alle Sigmatek-Steuerungen unterstützen sowohl die OPC-UA-Server als auch die -Client-Funktion.
elektro AUTOMATION: Gehen wir etwas mehr auf die Schnittstelle zum Menschen ein, das Human Machine Interface (HMI). Gerade vorgestellt wurden ja das mobile Bedienpanel HGT 1051 und der 23,8-Zöller TAE 2343. Was zeichnet diese beiden Geräte aus?
Melkus: An ein HMI werden im Automatisierungsbereich hohe Anforderungen gestellt. Geht man davon aus, dass eine Maschinensteuerung rund zehn Jahre läuft und weitere zehn Jahre Ersatzteillieferungen möglich sein müssen, ist klar, dass das angesichts der hohen Varianz gerade bei kapazitiven Touchscreens keine einfache Aufgabe ist – mit unseren Geräten können wir diese Ansprüche erfüllen. Das beste Beispiel sind unsere Multitouch-Panels der ETT Serie mit PCT-Technologie und EDGE2-Prozessoren.
Auch das neue mobile Bedienpanel ist mit diesem leistungsstarken Prozessor ausgestattet und verfügt über einen 10,1-Zoll-Multitouchscreen im Hochkantformat. Damit lassen sich beispielsweise Roboterapplikationen intuitiv, komfortabel und sehr übersichtlich bedienen und beobachten. Auch Safety-Funktionen sind bereits integriert: Not-Halt, Zustimmtaster und Schlüsselschalter. Das HGT 1051 wiegt übrigens nur 1100 Gramm und ist somit wirklich ideal für das Bedienen direkt vor Ort. Neben dem Multitouch-Panel wird es zudem in Kürze auch ein wireless Handbediengerät mit Safety-Funktionen geben, das HGW 1031. Die Übertragung von funktionsgerichteten Daten und Safety-Daten erfolgt über WLAN.
elektro AUTOMATION: Und das 23,8-Zoll-Panel?
Melkus: Das TAE 2343 mit 23,8-Zoll-Multitouchscreen zeichnet aus, dass sich anspruchsvolle Visualisierungen mit vielen Informationen und Details brillant in Szene setzen lassen – im Hochkantformat. Per HMI-Link-Technologie lässt sich das Bedienpanel zudem bis zu 100 Meter vom Steuerungsrechner entfernt am Tragarm der Maschine oder Anlage platzieren. Die Erstellung der Visualisierung erfolgt – wie bei allen unseren HMIs – komfortabel in unserer Automatisierungssoftware Lasal. Von Vorteil sind dabei die einsatzbereiten Templates und Funktionsbausteine, mit denen sich die Visualisierung schnell realisieren lässt.
elektro AUTOMATION: Nutzen Sie bei der Visualisierung bereits HTML5 und welche Bedeutung haben generell vordefinierte Funktionsbausteine in Lasal?
Melkus: Zukünftig werden wir auf HTML5 setzen, um nicht zuletzt auch angesichts der Endgeräte so flexibel wie möglich zu sein – hier sind wir gerade in der Umsetzung, ein Besuch der SPS IPC Drives 2017 lohnt sich also mit Sicherheit. Den Wert von Funktionsbausteinen haben wir früh erkannt und bieten diese über unsere Sigmatek Component Library (SCL) seit Jahren an. Um das Engineering weiter zu beschleunigen, wollen wir den Anwender mit weitgehend fertigen Komponenten unterstützen, die er einfach in sein Projekt übernehmen kann. Diese „Add-Ons“ wie wir sie nennen, sind funktionsspezifisch aufgebaut, enthalten Programm- und Darstellungselemente in verschiedenen Auflösungen und sind ready-to-use.
elektro AUTOMATION: Wie behalte ich denn gerade angesichts verteilter Controller-Landschaften den Überblick?
Melkus: Dafür bieten wir als Übersichtsplattform den Machine-Manager an – dort sehe ich all meine unterschiedlichen CPUs inklusive der Verbindungen untereinander, sodass ich schnell nachvollziehen kann, wer mit wem kommuniziert. Dieses grafische Tool entwickeln wir weiter in Richtung Automation 4.0 – ohne ein solches Tool werden dezentral verteilte Steuerungen nicht beherrschbar sein – ich muss die Logik visualisieren können.
elektro AUTOMATION: Was halten Sie dabei von Mehrkern-CPUs mit konkreten Aufgaben für die einzelnen Kerne?
Melkus: Bei Mehrkern-CPUs verlagern wir unterschiedlich priorisierte Tasks und damit Applikationsteile auf die verschieden CPU-Kerne. Das hat jedoch aus unserer Sicht nicht direkt etwas mit Automation 4.0 zu tun. Sigmatek setzt hier auf kosteneffiziente ARM-basierte CPUs, die weitaus mehr Möglichkeiten bieten, das System entsprechend den jeweiligen Anforderungen zu skalieren. Dieser Ansatz eröffnet zudem mehr Freiheiten für den Fall, dass etwa Cloud-Funktionalitäten insbesondere für die Analyse eingebunden werden sollen. Solche kostengünstigen CPUs können auch je nach Anforderung im Laufe eines Maschinenlebens nachgerüstet werden, ohne die eigentliche Maschinen CPU tauschen zu müssen. Im Vordergrund muss aber immer der konkrete Nutzen stehen.
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