Dr.-Ing. Thomas Brandl, Bosch Rexroth

Vorteile eines herstellerübergreifenden Standards wiegen schwer

herstellerübergreifenden Standards
Dr.-Ing. Thomas Brandl, Product Owner Communication Solutions, Bosch Rexroth Bild: Bosch Rexroth
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Man begrüße den Schritt, die Arbeiten künftig in der OPC Foundation zu bündeln, denn er nehme die Forderung von Maschinenherstellern und Endanwendern nach einem durchgängigen, herstellerübergreifenden Standard für die Vernetzung bis in die Feldebene auf, sagt Dr.-Ing. Thomas Brandl, Product Owner Communication Solutions bei der Bosch Rexroth AG. Technisch erfülle OPC UA in Verbindung mit TSN alle Anforderungen an die Echtzeitkommunikation auch auf der Feldebene.

elektro AUTOMATION: Auf der SPS IPC Drives 2018 wurde die Verantwortung für die Standardisierung rund um das Thema Time-Sensitive Networking (TSN) in Verbindung mit dem M2M-Kommunikatonsprotokoll OPC UA mehr oder weniger an die OPC-Foundation delegiert. Wie beurteilen Sie diesen Schritt?

Dr. Thomas Brandl (Bosch Rexroth): Wir begrüßen den Schritt, die Arbeiten künftig in der OPC Foundation zu bündeln, denn er nimmt die Forderung von Maschinenherstellern und Endanwendern nach einem durchgängigen, herstellerübergreifenden Standard für die Vernetzung bis in die Feldebene auf. Die Überführung in die OPC Foundation gibt der Initiative einen formalen Rahmen. Die führenden Automatisierungshersteller haben sich auf der SPS IPC Drives 2018 zu OPC UA mit TSN als gemeinsamen Standard der Zukunft bekannt und investieren innerhalb der OPC Foundation in die Definition und Umsetzung.

elektro AUTOMATION: Bleibt die aufgrund der Anzahl an Unternehmen bislang treibende ‚Shaper-Gruppe‘ dem Thema verbunden oder löst sie sich auf?

Dr. Brandl: Die sogenannte Shaper-Gruppe hat das Thema Standardisierung seit 2016 außerhalb einer festen Organisation vorangetrieben. Die Überleitung in den neuen formalen Rahmen ändert nichts an der Zielsetzung und stellt die Initiative auf eine breitere Basis. Alle an der Shaper-Gruppe beteiligten Unternehmen bleiben ausdrücklich dem Thema verbunden und bringen sich weiter aktiv ein. Durch die Beteiligung weiterer Unternehmen erreicht der angestrebte Standard fast den kompletten Automatisierungsmarkt. Das Kick-off der Field-Level-Communication-Arbeitsgruppen in der OPC Foundation hat im Januar dieses Jahres mit etwa 100 Teilnehmern ein beeindruckendes Potenzial aufgezeigt.

elektro AUTOMATION: Das Zeug zu einem echten Industrie-4.0-Kommunikationsstandard hat OPC UA over TSN – wird es diesen auch ‚auf die Straße‘ bringen können oder erleben wir nach Feldbussen und Industrial-Ethernet-Systemen zum dritten Mal eine Zunahme proprietärer Kommunikationsprotokolle für die Industrie 4.0?

Dr. Brandl: Maschinenhersteller und Endanwender haben ein starkes Bedürfnis nach einheitlicher Kommunikation bis auf die Feldebene. Innerhalb der Field-Level-Initiative ist geplant, die für TSN notwendigen Konformitätstests zu entwickeln, um die Interoperabilität zwischen den Komponenten verschiedener Hersteller zu gewährleisten. Mit OPC UA und TSN werden Anwender ihre Vernetzung einfacher, schneller und kostengünstiger vorantreiben können. Letztendlich wird der Markt entscheiden, aber die technischen und wirtschaftlichen Vorteile eines herstellerübergreifenden Standards für Industrie 4.0 wiegen sehr schwer.

elektro AUTOMATION: OPC UA over TSN hat sich in den Testbeds als noch leistungsfähiger erwiesen als erwartet. Gleichzeitig hat im November 2018 die OPC Foundation eine Initiative gestartet, OPC UA einschließlich TSN für den Einsatz bis in die Feldebene zu ertüchtigen. Ist damit die Aussage hinfällig, dass sich OPC UA over TSN gut für die Kommunikation und Synchronisierung von Fertigungszellen bis hinauf in die ERP-Ebene eignet, in der Fertigungszelle selbst aber leistungsfähigere Feldbus- beziehungsweise Industrial-Ethernet-Systeme zum Einsatz kommen müssen?

Dr. Brandl: Technisch erfüllt OPC UA in Verbindung mit TSN alle Anforderungen an die Echtzeitkommunikation auch auf der Feldebene. Es ist das erklärte Ziel der Field-Level-Communication-Initiative der OPC Foundation, diese Potenziale für Maschinenhersteller und Endanwender zu erschließen. Die Initiative hat den Plan und die Mittel, die dazu notwendigen Standards und Tools zu entwickeln und damit eine durchgängige Lösung von der Anbindung an Cloud- und ERP-Systeme über die M2M-Kommunikation bis hin zur Feldebene bereitzustellen. Die Einführung wird bei Bosch Rexroth schrittweise erfolgen. Wir beginnen mit der Echtzeit-Kommunikation zwischen Maschinensteuerungen. Gleichzeitig bereiten wir die Ausweitung auf die Feldebene vor.

www.boschrexroth.de


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