Startseite » Steuerungstechnik/IPC/SPS »

Phoenix Contact in Ostwestfalen den Umsatz um 25 %

Elektrifizieren, Vernetzen und Automatisieren
Phoenix Contact steigert Umsatz um 25 % auf 2,95 Mrd. Euro

Ulrich_Leidecker_COO_Phoenix_Contact.png
Ulrich Leidecker, COO, Phoenix Contact: „Wir brauchen dabei Daten aus der tatsächlichen Produktion sowie Daten bis zurück zur Kupfer-Gewinnung“. Bild: Phoenix Contact
Trotz erheblicher Probleme bei der Materialbeschaffung konnte Phoenix Contact in Ostwestfalen den Umsatz um 25 % auf fast 3 Mrd. Euro steigern. Bei den Investitionen des Unternehmens in Strukturen und Innovationen steht die Nachhaltigkeit an erster Stelle, bei den Produkten und Lösungen steht die Weiterentwicklung des PLCnext Ecosystems in 2021 im Zentrum der Automatisierungsstrategie. Offenheit und die Ablösung proprietärer Systeme sind der Schlüssel zum Erfolg. Offene Standards sind dabei die Basis zukünftiger Innovationen.

Neben der Pandemie lagen die größten Herausforderungen für das Unternehmen im laufenden Jahr vor allem bei der Materialversorgung. Wie Ulrich Leidecker, Chief Operating Officer, Phoenix Contact GmbH & Co.KG in Blomberg mitteilte, sorgten vor allem im ersten Halbjahr in weiten Teilen der Industrie erhebliche Störungen und Mehraufwände für Probleme bei der Beschaffung von Materialen, Kunststoffen und Metallen. Die angespannte Situation am Halbleitermarkt, die vor allem die zweite Jahreshälfte dominierte, werde zum limitierenden Faktor der weiteren Entwicklung der gesamten deutschen und internationalen Industrie „und wird uns noch weit in das Jahr 2022 begleiten.“ Doch trotz der angespannten Lage auf den Rohstoffmärkten und den pandemiebedingten Herausforderungen wird Phoenix Contact das Geschäftsjahr 2021 mit einer Umsatzsteigerung von ca. 25 % und einem Gesamtumsatz von etwa 2,95 Mrd. Euro abschließen. Dabei ist das Wachstum in allen Regionen und Geschäftsbereichen ungewöhnlich einheitlich über 20 %.

Erhebliche Investitionen

Auch im Corona-Jahr 2021 wurde deutlich investiert. Insgesamt werden es rund 180 Mio. Euro sein, die in Strukturen und Innovationen fließen. Schwerpunkte der Investitionen in den zurückliegenden Jahren waren die Standorte in Blomberg und China sowie der Ausbau der Produktionskapazitäten von Phoenix Contact E-Mobility in Polen. 30 Mio. Euro werden am Standort in Blomberg in ein energieeffizientes Gebäude für den Maschinenbau investiert, das bis 2023 errichtet wird. Es entstehen 18.500 m² Produktionsfläche, Büroräume und ein Betriebsrestaurant. Besonderes Augenmerk wird auf die Energieeffizienz gelegt. Neben einem hohen Dämmstandard der Gebäudehülle, der Wärmerückgewinnung über Lüftung und Druckluftverdichter sowie einer hocheffizienten Anlagentechnik wird auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage mit mehr als 750 KWp installiert. Kurz vor Fertigstellung steht am Stammsitz in Blomberg ein neues Gebäude für den Geschäftsbereich der Leiterplattenanschlusstechnik mit einer Investition von 20 Mio. Euro. Auch in Russland hat Phoenix Contact investiert und ist jetzt Teil des mit 2,6 Mio. m² größten Technologieparks Europas in Skolkovo.

Nachhaltigkeit als Herausforderung und Wachstumstreiber

Bei allen Investitionen steht der Aspekt der Nachhaltigkeit an oberer Stelle. „Nicht nur beim Bau neuer Gebäude, sondern auch bei vielen anderen Aktivitäten gerät Nachhaltigkeit immer mehr in den Fokus, da der Klimawandel eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit ist“, so Ulrich Leidecker. Neben der Umstellung auf grünen Strom aus erneuerbaren Energien und Energiesparmaßnahmen investiert das Unternehmen in weltweite Klimaschutzprojekte. Bei der Betrachtung der eigenen Lieferkette seien die Ziele am schwierigsten zu erreichen, kommentiert Leidecker. Dort werde alles betrachtet, von der Produktidee über den Materialtransport bis zur Auslieferung unserer Produkte und der Nutzungsphase beim Kunden. Eine der größten Herausforderungen sieht man im Unternehmen in der Transparenz der Daten und der Allokation der Emissionen auf die Verursacher entlang der gesamten Wertschöpfungskette. „Wir brauchen dabei Daten aus der tatsächlichen Produktion und Daten, bis zurück auf die Kupfer-Gewinnung“, so der COO.

Nachhaltigkeit als Motor der Wirtschaft

Aus Sicht der Automatisierungstechnik stellt das Ziel der Nachhaltigkeit aber auch eine gewaltige wirtschaftliche Chance dar. Alle Bereiche des Lebens müssen elektrifiziert, vernetzt und automatisiert werden. Phoenix Contact hat mit seiner Perspektive einer „All Electric Society“ begonnen, das gesamte Produkt- und Leistungsangebot auf dieses Ziel auszurichten. In den Dimensionen „Elektrifizieren, Vernetzen und Automatisieren“ sollen die Kunden spezifische Technologien wiederfinden, die die Lösungen für eine „All Electric Society“ ermöglichen oder vereinfachen. Unter dem Punkt „Elektrifizierung“ wird heute schon mit dem Blick auf zukünftige Gleichstrom-Netze Technologie entwickelt, um auch hier alle Markt- und Kundenbedürfnisse ganzheitlich bedienen zu können. Im Bereich „Vernetzung“ stehen dann die ersten industriellen Single-Pair-Ethernet-Switches samt dazugehöriger IP20- und IP6X-Stecker für die nächste Generation der Netzwerk-Kommunikation in der Fabrik- und Prozessautomation zur Verfügung.

Weitere Highlight der SPS

Die Weiterentwicklung des gesamten PLCnext Ecosystems in 2021 und in den kommenden Jahren steht im Zentrum der Automatisierungsstrategie. Um langfristig erfolgreich am Markt zu sein, müssen sich Automatisierungssysteme dynamisch anpassen lassen und schnell und flexibel auf neue Anforderungen reagieren können. Offenheit und die Ablösung proprietärer Systeme sind der Schlüssel zum Erfolg. Mit dem PLCnext Technology Ecosystem lebt Phoenix Contact bereits seit 2016 konsequent den Gedanken der Offenheit. Mit dem PLCnext Store bietet Phoenix Contact seit 2018 einen offenen digitalen Marktplatz für Software und treibt die Idee, einer großen Community einen einfachen Zugang zu Apps und Software-Know-how zu bieten sowie Anbieter und Anwender zusammenzubringen, voran. (www.plcnextstore.com)

Performance, Edge, KI, Safety und Redundanz

Auch das Hardware-Portfolio des PLCnext Technology Ecosystems wächst beständig. In der PLCnext Control-Familie gibt es Steuerungen in unterschiedlichen Leistungsklassen, Devices, die optimiert sind für Edge-Use-Cases, aber auch Module für weitere Steuerungsfunktionalitäten. Über die PLCnext Extension Modules kann eine Steuerung PLCnext Control nach links erweitert werden. So werden beispielsweise weitere Ethernet-Schnittstellen ergänzt oder es kann eine Erweiterung um Interbus oder Profibus vorgenommen werden. Anwendungen, die funktionale Sicherheit benötigen, können auch nachträglich mit einem Erweiterungsmodul ausgerüstet werden. Dazu gibt es die Module AXC F XT SPLC 1000 und AXC F XT SPLC 3000, um Anlagen mit bis zu 32/300 Profisafe-Geräten nach SIL3 oder Performance Level PLe umzusetzen.

Auch für den wachsenden Bedarf an KI-Anwendungen bietet das PLCnext Technology Ecosystem eine Lösung. Das neue PLCnext Extension Modul AXC F XT ML 1000 macht die Integration von künstlicher Intelligenz in die Automatisierungswelt einfach. Mit dem Erweiterungsmodul werden Machine-Learning-Algorithmen direkt an der SPS angewendet. Jede AXC-Steuerung der PLCnext Control-Familie, die auf diese Weise funktional erweitert wird, kann beispielsweise die Klassifizierung von Objekten auf Basis von Deep Learning Methoden umsetzen. Neben einem Einsatz in Verkehrsinfrastrukturprojekten löst KI auch viele Herausforderungen im maschinennahen Umfeld. In ersten Anwendungen bei Kunden werden mit dem neuen Modul für PLCnext Technology bereits intelligente Zugangskontrollen für Großveranstaltungen umgesetzt.

Simulation beschleunigt die Anwendungsentwicklung

Mit einer Simulation lässt sich die Entwicklungs- und Inbetriebnahmezeit deutlich verkürzen, da die Programmierung vorab getestet und optimiert werden kann. Die PLCnext Engineer Simulation bietet die Möglichkeit, die Anwendungsprojekte inklusive aller Programme in IEC 61131, C++ und Matlab auf einer simulierten PLCnext Control zu starten und zu debuggen. Eine reale PLCnext Control-Hardware ist nicht erforderlich, um den Ablauf und das Online-Verhalten einer Anwendung zu testen. Die Installation erfolgt auf einem Windows-PC, auf dem auch PLCnext Engineer installiert ist. So kann über eine direkte Interaktion die Simulationsumgebung gestartet werden. Die PLCnext Engineer Simulation bietet eine einfache Bedienung ohne großen Konfigurationsaufwand. Um ein Anwendungsprojekt zu simulieren, müssen keine Änderungen im Projekt vorgenommen werden. Im ersten Schritt bieten wir eine Simulationsumgebung für die PLCnext Control AXC F 1152, 2152 und 3152 an.

Unterstützte Kommunikationsstandards

Phoenix Contact engagiert sich aktiv in den Standardisierungsgremien für die neuen Kommunikationsstandards wie die 5G-ACIA, Ethernet-APL, OPC Foundation, PNO oder der SPE System Alliance. Die dort erarbeiteten Spezifikationen sind Grundlage für die Entwicklung neuer Netzwerkinfrastrukturkomponenten. Ende 2021 wird so erstmals ein TSN-Switch für den Schaltschrank vorgestellt. Im nächsten Jahr soll das Portfolio ausgebaut werden und es folgen erste managebare Switche für SPE und Ethernet-APL. Darüber hinaus bietet das Unternehmen für alle Einsatzgebiete für Single Pair Ethernet normierte Steckverbinder in IP20 und IP6x an. Das Portfolio wird in 2022 um feldkonfektionierbare Steckverbinder (in IP20 und M8) als auch M12-Steckverbinder für SPE erweitert. (ge)

Kontakt:
Phoenix Contact Deutschland GmbH
Flachsmarktstraße 8
32825 Blomberg
Tel. +49 5235/3-12000

info@phoenixcontact.de
www.phoenixcontact.de

Video

So war das mit den Messen vor dem Auftauchen des Coronavirus: Blicken Sie mit uns zurück auf die SPS in Nürnberg...

Aktuelle Ausgabe
Titelbild elektro AUTOMATION 6
Ausgabe
6.2021
LESEN
ABO
Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Automation Award
Videos

Hier finden Sie alle aktuellen Videos

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de