So standardisiert wie möglich, so individuell wie nötig

Kontron bietet Weiterbildung für SMARC und COM Express Type 7

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Selbst wenn neue Technologien durch Standardisierungsbemühungen länger brauchen, um den Markt in voller Breite zu durchdringen, ist die damit verbundene Investitionssicherheit für Unternehmen nicht hoch genug einzuschätzen. Kontron als Anbieter von Embedded Computing- und IoT-Lösungen bietet standardbasierte Industrie-PCs, Boards und Module inklusive Middleware an. Das Unternehmen ist in verschiedenen Organisationen vertreten und engagiert sich für die Weiterentwicklung globaler Standards, wie etwa SMARC oder COM Express Type 7. Zur Bedeutung von Standards im Markt für Embedded Systeme äußert sich Norbert Hauser, Vice President Marketing von Kontron.

elektro AUTOMATION: Standards sind in der Industrie selbstverständlich, aber warum sind sie eigentlich so wichtig?

Norbert Hauser (Kontron): Standards sind eine wesentliche Voraussetzung für die Adaption und Weiterentwicklung von Technologien. Sie gewährleisten, dass Komponenten, die bestimmte Spezifikationen gemäß der Vorgaben erfüllen, kompatibel zueinander sind. Das ist wichtig, etwa bei Ausschreibungen oder der Entwicklung neuer Designs. Angebote werden damit vergleichbar, und beim Entwurf neuer Produkte kann man standardisierte Kompontenten einplanen, ohne sich im Vorfeld für das konkrete Produkt eines Herstellers entscheiden zu müssen. Außerdem garantieren Standards, dass Weiterentwicklungen abwärtskompatibel sind, also bestehende Designs nicht nachträglich verändert werden müssen. Standardisierte Produkte sind oft länger einsetzbar als Individualprodukte, die sich mit dem nächsten Lieferzyklus schon verändert haben können.

elektro AUTOMATION: Engagiert sich Kontron bei Standards?

Hauser: Kontron hat als Pionier der Standard Computer-on-Modules (COMs) und langjähriges Executive-Mitglied seit der Gründung der PICMG, den COM-Express-Type-7-Standard für den COM-Express-Basic-Formfaktor mit auf den Weg gebracht. Kontron unterstützt alle COM-Express-Formfaktoren wie Basic, Compact und Mini mit einem breiten X86-Produktportfolio und bietet neben den COMs auch Standard- und kundenspezifische Carrier-Boards an.

elektro AUTOMATION: Oft wird erklärt, dass Standards einen gewissen Lock-in bedeuten, der Innovationen verhindert, weil Standards technologische Weiterentwicklungen verhindern.

Hauser: Natürlich kann die Adaptionsgeschwindigkeit neuer Technologien verlangsamt werden, da es einige Zeit braucht, bis dafür Standards angepasst sind oder noch länger, wenn neue Standards geschaffen werden müssen. Andererseits sitzen in Standardisierungsgremien Entwickler, Anwender und Hersteller eng beisammen und entscheiden gemeinsam, welche neuen Technologien in Standards aufgenommen werden sollen. Das gewährleistet, dass neue Technologien frühzeitig breit vom Markt aufgenommen werden und damit langfristig erfolgreich sind.

elektro AUTOMATION: Gibt es ein Beispiel für diese Weiterentwicklung von Standards?

Hauser: Bereits 2016 wurde die neue Version 2.0 des SMARC-Standards von der SGET verabschiedet, in der Kontron ein Gründungs- und Vorstandsmitglied ist. SMARC 2.0 öffnet Anwendern das Tor zum Internet der Dinge (IoT) und trifft somit den Nerv der Zeit. Viele Embedded-Systeme basieren auf SMARC, einem Standard-Formfaktor für Computer-on-Module (COMs), vor allem für kompakte SoCs und Low-Power-Prozessorarchitekturen. Der SMARC-Standard zeichnet sich durch kleine Abmessungen, Industrietauglichkeit, hohe Stabilität und einer Vielzahl an industriellen und Multimedia-Interfaces sowie die Kompatibilität mit ARM und X86 aus. Seine Einsatzbereiche reichen vom Automationsmarkt bis hin zu Grafik- und Bild-zentrierten Geräten, die einen niedrigen Energieverbrauch aufweisen und extremen Umweltbedingungen trotzen müssen.

elektro AUTOMATION: Welche Standards sind für Kontron als Embedded-Hersteller noch wichtig?

Hauser: Neben COM Express und SMARC unterstützt Kontron seit Januar 2018 auch den Q7-Standard für COMs mit ARM- und X86-Produkten und deckt somit alle global führenden COM-Standards für die verschiedenen Applikationsbereiche ab. Über seine Services Boards&More bietet Kontron neben BIOS-Anpassungen kundenspezifische Entwicklung und Fertigung von Carrier-Boards, Integration von Heat-Spreader und Lüftern sowie komplette Integration von COMs und Carrier für alle Standards als Kit an.

elektro AUTOMATION: Wie entscheiden Sie, welche neue Standards Kontron unterstützt?

Hauser: Wir kennen die Anforderungen unserer Kunden sehr genau, teilweise aus jahrzehntelangen Partnerschaften. Wir erfahren sehr früh, welche Trends wichtig sind und können gemeinsam mit den Kunden und unseren Experten einschätzen, wie wir darauf reagieren müssen. Danach entscheiden wir, ob wir auf der grundlegenden Technologieebene von Beginn an dabei sein müssen. So sind wir seit Juli 2017 Mitglied der LoRa Alliance (TM) für die Entwicklung eines globalen Low-Power-Wide-Area-Network-Standards (LPWAN) für Internet of Things (IoT). LPWAN ermöglicht IoT, Machine-To-Machine-Kommunikation (M2M), Smart City und industrielle Applikationen. Wir unterstützen diesen Standard auf EN50155-zertifizierten Systemen für die Bahntechnik mit unseren TRACe-Produkten und der KBox-Familie für industrielle Anwendungen.

elektro AUTOMATION: Trends entstehen ja oft nicht auf der Technologie- sondern auf der Anwenderebene. Wie reagiert Kontron darauf?

Hauser: Wir beobachten sehr genau, was in Industrieverbänden diskutiert wird, deren Fokus über reine Embedded- und Computertechnologien hinausgeht und die sich z.B. in größeren Zusammenhängen mit Industrie 4.0 und IoT beschäftigen. Hier ist der IEEE 802.1-TSN-Standard für Time Sensitive Networking für uns enorm wichtig, denn wir müssen mit unseren Geräten technisch immer aktuell sein und alle Spezifikationen bis ins Detail kennen. Wir engagieren uns im Industrial Internet Consortium (IIC) im Rahmen einer Associate Participation und konnte bei einem Plugfest erfolgreich die Interoperabilität der Kontron-TSN-Produkte mit den Geräten anderer Hersteller im IIC-Testbed unter Beweis stellen. Gleichzeitig ist Kontron Mitglied der OPC Foundation und unterstützt den globalen Interoperabilitätsstandard IEC62541 für die Datenkommunikation vom Sensor bis zum ERP-System. Diese ist ein wichtiger Bestandteil für die notwendige digitale Vernetzung aller Systeme, die durch Industrie-4.0-Prozesse entsteht. Auch die SGET eignet sich hier als Beispiel: Der Universal-IoT-Connector (UIC) der SGeT ist ein praxisorientierter, offener Software-Standard für IoT-Lösungen und Industrie-4.0-Anwendungen, der auf bestehenden Strukturen fußt. Der mehrstufige Aufbau unterstützt dabei die fortlaufende Weiterentwicklung; der modulare Ansatz ermöglicht eine ausgewogene Kombination aus Abstraktion und Ease-of-Use.

elektro AUTOMATION: Wie differenziert sich Kontron, wenn die Standards Angebote der Hersteller austauschbar machen?

Hauser: Die Qualität der Komponenten spielt eine Rolle, aber im industriellen Umfeld auch die Frage, wie lange Unternehmen Wartung, Service und Ersatzteile im Rahmen des Product-Lifecycle Managements oder über spezielle individuelle Langzeit-Vereinbarungen garantieren können. Nicht zuletzt ist ein wettbewerbsfähiger Preis natürlich ein wichtiges Kriterium, aber nicht das einzige. So werden Software und Services auch im Hardware-Umfeld immer wichtiger. Dabei kann Kontron neben individuellen BIOS-Anpassungen und Middleware im Verbund mit der S&T-Gruppe und der Schwester S&T Technologies Kunden Software Consulting und Lösungen aus einer Hand für IIoT anbieten, wie es die meisten Embedded- oder IoT Anbieter nicht können. Dazu gehören auch Cloud-Integrationslösungen über das Software Framework SUSiEtec, das für die Verbindung von IoT-Endgeräte, Gateways der Cloud und Prozessen sorgt. Ende 2018 wurde seitens S&T Technologies eine Partnerschaft mit Iconics abgeschlossen, Hersteller von bewährter Automatisierungs- und SCADA Software, mit dem Ziel diese Software über SUSiEtec cloudfähig aus einer Hand anzubieten. ge

www.kontron.de

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