MES von Top Flow bringt Transparenz in die Fertigung

Manufacturing Execution System (MES)

MES von Top Flow bringt Transparenz in die Fertigung

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Heterogene IT-Landschaften, manuelle Datenerfassung und Systembrüche passen nicht zum Anspruch von Industrie 4.0. Also beschloss der führende Oberflächenspezialist Schattdecor seine Prozesse digital und transparent abzubilden. Seit 2014 setzt das Unternehmen das Manufacturing Execution System top MES ein und profitiert von konsistenten Echtzeitdaten, die Effizienz und Qualität steigern.

Johannes Bleicher, Geschäftsführer Top Flow in Bad Saulgau

Schattdecor dürfte nur wenigen Menschen namentlich bekannt sein. Dabei sind die Produkte des bayrischen Oberflächenspezialisten allgegenwärtig: auf Laminatfußböden, Arbeits- und Schreibtischplatten, an Küchenfronten und Schränken. Der Hersteller ist ein Hidden Champion. Im Jahr 1985 in Thansau bei Rosenheim gegründet, entwickelt und produziert er seine bedruckten, imprägnierten und veredelten Dekorpapiere inzwischen an 15 Standorten weltweit. Der Aufstieg von einer kleinen Dekordruckerei zum globalen Marktführer wurde durch zwei Grundsätze ermöglicht: frühzeitig Designtrends erkennen und Produkte mit hohen Qualitätsstandards fertigen. So müssen Dekore für Laminatböden die Farben und Texturen von natürlich anmutenden Oberflächen mitbringen und zugleich abriebfest und lichtecht sein. Das Qualitätsversprechen gegenüber Kunden lässt sich nur mit der systematischen Prüfung der Produktionsschritte und der fertigen Dekore erfüllen.

Erkenntnisse mit Zeitverzögerung

In der Vergangenheit war die Qualitätssicherung ein aufwendiges Geschäft. So durchläuft etwa in den Imprägnierwerken des Unternehmens das Dekorpapier hunderte Meter lange Anlagen mit zahlreichen Messpunkten. Das Papier wird von riesigen Rollen abgewickelt und in einem vielstufigen Prozess mehrfach durch Tauchbecken mit Harz geführt und getrocknet. Danach in Bögen geschnitten und auf Paletten gestapelt. Für die Qualität ist es wichtig, dass während des gesamten Vorgangs die Optik und diverse chemische und physikalische Eigenschaften überwacht werden. Bislang erfassten die Werker die Werte manuell an den Maschinen. Eine eigene Fachabteilung hatte im Anschluss die Aufgabe, alle Produktionsdaten manuell in das SAP ERP zu übertragen. „Der zeitliche Aufwand war immens“, erinnert sich Jens Wolfrum, IT-Projektingenieur bei Schattdecor. „Prozesszeiten, Gewichte, Qualitätsdaten und weiteres erheben wir, um den Auftrag intern und für den Kunden zu bewerten. Nur konnten wir diese Daten erst zeitverzögert für uns nutzen – soweit die Handschrift der Kollegen gut lesbar war.“

Transparenz statt Systembruch

Die zeitintensive Administration der Prozesse stand im ungünstigen Verhältnis zu den Vorteilen, die der Oberflächenspezialist erzielte. „Und die Systembrüche sorgten für eine erhöhte Fehleranfälligkeit in den Daten“, sagt Projektleiter Wolfrum. Außerdem fehlte die Transparenz, um über System- und Abteilungsgrenzen hinweg Nutzen aus den gewonnenen Informationen zu ziehen. Wolfrum: „Falls irgendwo in der Produktion Probleme auftauchten konnte die Ursache nur rückwirkend und mit hohem Aufwand recherchiert werden.“ Zudem kamen in den Standorten heterogene IT-Landschaften zum Einsatz. Vereinzelt wurde eine Kombination aus Excel und Access genutzt, um die Produktion zu planen oder Verbräuche zu überwachen – und beide Lösungen waren nicht umfassend ins ERP eingebunden. Als das Unternehmen im Jahr 2013 ein Imprägnierwerk in Brasilien übernahm, sollten neue Wege eingeschlagen werden. Das brasilianische Werk hatte bereits ein System zur Betriebsdatenerfassung (BDE) im Einsatz. Allein: Auch diesem fehlte die Anbindung an das SAP ERP. Eine durchgängige und nachhaltige Strategie war ohne Implementierung eines MES nicht in Sicht.

Umfangreicher Anforderungskatalog

Ein Projektteam machte sich auf die Anbietersuche. Gefordert war ein MES, das die an den Maschinen erfassten Betriebsdaten und die Maschinensteuerung direkt ans ERP anbinden kann. Es sollte den so gewonnenen Informationsfluss auf Plausibilität prüfen, auswerten und in ein flexibel konfigurierbares Echtzeit-Reporting überführen können. „Unser Ziel war es, mehr Prozesstransparenz zu erhalten. Der Lagerist sollte mit einem Blick auf seinen PC die Auftragsplanung erfassen, und der Produktionsleiter wissen, wie es um den Materialfluss steht“, so Wolfrum. Ein entscheidendes Kriterium dafür: Das neue MES musste sich nahtlos ins SAP ERP integrieren lassen. Für Schattdecor ging es darum, „dass die Lösung mit den vorhandenen Eigenentwicklungen in SAP harmoniert und auch künftig angepasst werden konnte“. Deshalb suchte man gezielt nach Anbietern mit Software in der SAP-eigenen Programmiersprache ABAP. „Bei uns arbeiten gute SAP-Programmierer. Deren Können sollte uns weitgehende Unabhängigkeit garantieren“, so der Projektleiter. Die Auswahl an Anbietern wurde so deutlich kleiner.

Für den Oberflächenspezialisten kam schließlich ein zusätzlicher Aspekt hinzu: „Um manche unserer Produkte effizient herzustellen, ist eine Verschnittoptimierung wichtig. Also schauten wir, welcher der Anbieter darin Erfahrung hat und wer beides aus einer Hand anbieten kann.“ Das Projektteam führte Konzeptworkshops durch und ließ sich die verschiedenen Lösungen präsentieren. Wolfrum: „Die schnittstellenlose SAP-Integration, das flexible BDE und schließlich die Expertise in der papierverarbeitenden Industrie, führten letztlich zur Entscheidung für top MES.“ Die Implementierung der neuen Lösung lief arbeitsteilig: ABAB-Programmierer des Oberflächenspezialisten übernahmen Anpassungen im SAP ERP – der MES-Anbieter kümmerte sich um die gewünschten Individualisierungen in seiner MES-Lösung. „Um unseren Mitarbeiter im Shopfloor einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen, wollten wir die Anmutung aus dem alten BDE teilweise übernehmen. Das hat gut geklappt und eine optionale Touch-Screen-Fähigkeit macht die Lösung zukunftssicher“, sagt Wolfrum. „In der Umsetzung und Implementierung haben sich mehrere Stärken von Top Flow gezeigt: Branchenkenntnis, Flexibilität und Ansprechpartner, die stets erreichbar sind.“

Transparenz über alle Produktionsprozesse

Mit der Einführung MES-Lösung erreicht Schattdecor nun Transparenz über alle Produktionsprozesse: Auftragsdaten können live und standortunabhängig eingesehen werden – Materialien lassen sich erfassen und ihr Verbrauch in Echtzeit verfolgen. Jens Wolfrum sieht einen entscheidenden Vorteil: „Wir haben jetzt ein zentrales System, das alle wichtigen Qualitätswerte bündelt, visualisiert und überwacht.“ So gibt ein Prüfplan feste Prozessparameter und Zielwerte von chemisch-/physikalischen Eigenschaften vor. Wird der Toleranzbereich verlassen, setzt das System automatisierte Meldungen ab, damit die Mitarbeiter eingreifen können. Da top MES zusätzlich Trends auswertet, kann jetzt auch proaktiv gehandelt werden. Auf diese Weise minimiert der Oberflächenspezialist Ausschuss und Standzeiten. Das Qualitätsmanagement von Schattdecor profitiert zudem von der durchgängigen Dokumentation aller Werte: Wenn an den Kundenauftrag bestimmte physikalische Vorgaben gebunden sind, kann das System die Einhaltung überwachen und die entsprechenden Prüfzertifikate gleich ausdrucken. Wo früher noch nachgerechnet und verglichen wurde, um Tippfehler oder Ungereimtheiten zu erkennen, verlässt sich Schattdecor nun auf die im Regelwerk hinterlegte Plausibilitätsprüfung. „Wir sparen enorm Zeit, haben immer verlässliche und einheitliche Informationen, und die Werker erhalten über die Visualisierung einen Überblick und die Rückmeldung zu allen Qualitätsdaten“, sagt der Projektleiter. Eine nicht unbedingt geplante Entwicklung durch top MES freut das Schattdecor-Team besonders: „Mit dem MES und der Betriebsdatenerfassung haben wir unsere Prozesse weitgehend standardisiert. Das macht unsere verschiedenen Werke jetzt viel besser vergleichbar und auch die Kommunikation zwischen den Werken hat sich dadurch deutlich vertieft.“ jg

www.schattdecor.de

www.top-flow.de

Mehr Informationen zur MES-Lösung von Top Flow
http://hier.pro/kkLJ6

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