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Die Weichen für die Zukunft gestellt

Turck investiert in die Unternehmensprozesse
Die Weichen für die Zukunft gestellt

Turck-Geschäftsführer Christian Wolf erwartet sechs Prozent mehr Umsatz für 2016 Bild: Turck
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Turck in Mülheim hat 30 Mio. Euro in die IT-Infrastruktur und in einheitliche Softwaresysteme wie SAP, CRM, Intranet und eLearning investiert. Turck-Geschäftsführer Christian Wolf drückte es so aus: „Um unsere Wachstumsziele auch in Zukunft realisieren zu können, haben wir unsere Geschäftsprozesse intensiv unter die Lupe genommen und auf den neuesten Stand gebracht. Mit dieser strategischen Entscheidung glauben wir, fit für die Zukunft zu sein.“ Rund 80 Mitarbeiter haben sich drei Jahre lang weltweit um dieses gigantische, für Turck strategisch wichtige Projekt gekümmert. Dabei wurde der globalen Entwicklung des Unternehmens Rechnung getragen. „Unsere Experten sind mittlerweile rund um den Globus verteilt und verfügen über ein riesiges Wissen. Dieses Wissen gilt es weltweit allen Mitarbeitern bereitzustellen“, erläutert Wolf. Dazu wurde ein weltweit einheitliches CRM und ein standortübergreifendes Intranet aufgesetzt sowie eine einheitliche eLearning-Plattform zum Wissenstransfer entwickelt. Das bedeutendste Projekt ist allerdings die globale Einführung des SAP-ERP-Systems. Mit diesen Maßnahmen erreicht das Unternehmen nicht nur eine substanzielle Verbesserung der Kommunikation innerhalb des Unternehmens und zu seinen Kunden, sondern erhöht gleichzeitig die Liefertreue bei reduzierten Kosten.

Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 100 Mio. Euro in den letzten vier Jahren für Gebäude, Fertigung und Prozesse hat Turck die Voraussetzungen für eine glänzende Zukunft geschaffen. So peilt das Unternehmen nach einem Umsatz von 530 Mio. Euro in 2016 für das nächste Jahr einen Umsatz von 560 Mio. Euro an. Allerdings sieht Wolf auch diverse Unwägbarkeiten, die auf das allgemeine wirtschaftliche Umfeld negative Auswirkungen haben könnten: den Brexit, die Situation in Russland und der Türkei sowie die Entwicklungen rund um die Präsidentschaftswahl in den USA.
Die Grundlage für den Erfolg in 2016 sind die guten konjunkturellen Rahmenbedingungen und ein stabiler Wechselkurs zwischen Dollar und Euro. Turck erwirtschaftet rund 40 % seines Umsatzes mit der Niederlassung in den Vereinigten Staaten. Zwei Drittel des Umsatzes werden vor Ort generiert, ein Drittel sind Lieferungen aus Deutschland in die USA. „Eine negative Entwicklung des Wechselkurses würde unser Ergebnis schnell um 15 bis 20 Mio. Euro belasten“, sagt Wolf.
Die regionale Entwicklung ist dabei sehr unterschiedlich. Während die Geschäfte in Deutschland (+7 %) gut liefen, verzeichnete Turck in Holland (+17) und Österreich (+14) ein überdurchschnittliches Wachstum. Besonders zufrieden ist der Geschäftsführer mit den Zahlen aus der Asean-Region. „Während Indien extrem erfolgreich ist, wachsen die Bäume in China mittlerweile nicht mehr in den Himmel“, so Wolf. Insgesamt ist er mit der Entwicklung allerdings sehr zufrieden.
Auch in den Geschäftsbereichen gibt es starke Unterschiede. Während in der Feldbustechnik die Fabrikautomation satte 10 % Zuwachs verzeichnet, dümpelt die Prozessautomation in diesem Bereich auf Vorjahresniveau. Gründe hierfür sieht Wolf im Öl- und Gasgeschäft. Aufgrund der derzeit niedrigen Preise gibt es so gut wie keine neuen Projekte in diesem Bereich, der bei Turck etwa 30 bis 40 % des PA-Geschäftes ausmacht.
„Daten sind das Lebenselixier von Industrie 4.0 und wir liefern sie“, sagt Wolf zum Thema Digitalisierung. „Ohne Sensorik gibt es keine Daten und auch kein Industrie 4.0.“ Damit gibt Wolf ein klares Statement ab, wie er die Turck-Gruppe zukünftig sieht – als Datenlieferant. Dabei steht nicht im Mittelpunkt des Interesses, möglichst viele Daten für die Cloud zu produzieren, sondern smarte Daten zu kreieren, mit denen eine Wertschöpfung generiert werden kann.
Ein Beispiel hierfür liefert Turcks Interfacetechnik IMX. „Die IMX-Familie ist eigentlich kein klassisches Industrie-4.0-Produkt“, erläutert Klaus Ebinger, Leiter Produktmanagement Interfacetechnik. Dennoch wurde mit dem IMX 12-CCM – einen Prototypen gab es auf der letzten Achema zu sehen – ein Produkt entwickelt, das exakt den Industrie-4.0-Gedanken umsetzt. CCM steht für Cabinet Condition Monitoring, also eine permanente Schaltschranküberwachung. Und zwar in Ex-Zone 1. Das Gerät überwacht im Schaltschrank die Temperatur, die Feuchte, die Helligkeit und den Abstand zur Tür. Auf der anderen Seite gibt das IMX 12-CCM exakt zwei Status aus: Alles in Ordnung oder Fehler. „Durch die Intelligenz im Gerät erzeugen wir aus Information Wissen bzw. aus Big Data Smart Data“, sagt Ebinger.
Mit der Codesys-3-Steuerung TBEN-PLC kann auf den Schaltschrank verzichtet werden. Die kompakte IP 67-PLC zur Steuerung von kleineren oder modularen Maschinen arbeitet aufgrund des robusten Gehäuses und der hohen Schutzart direkt im Feld und ermöglicht so schaltschranklose Maschinen und Anlagen. Der Vorteil: Maschinennahe Automatisierungskonzepte und die Verwendung vorkonfektionierter Leitungen reduzieren den Verkabelungsaufwand und erleichtern die Inbetriebnahme. Dezentrale Lösungen ohne Schaltschränke sind zeit- und kostensparend.
Ebenfalls ohne Schaltschrank kommen die beiden kompakten Ethernet/RFID-Interfaces TBEN-L-RFID und TBEN-S-RFID in Schutzart IP 67 aus. Die Multiprotokollgeräte bringen Daten von RFID-Schreibleseköpfen im HF- oder UHF-Frequenzband über Profinet, Ethernet/IP oder Modbus TCP zur Steuerung. Aufgrund ihrer hohen Schutzart und der Möglichkeit, Aktoren und Sensoren gleichzeitig mit RFID-Schreibleseköpfen anzubinden, sind die Blockmodule ideal zur Nachrüstung von RFID-Applikationen geeignet.
Das sehr kompakte RFID-Modul in der Bauform TBEN-S vereinfacht die steuerungsseitige Integration, indem es die gemappten RFID-Daten über klassische I/Os an die Steuerung bringt. Das Schreiben von Funktionsbausteinen entfällt. Das TBEN-S bietet neben den beiden RFID-Ports vier universelle DXP-I/Os für Sensoren oder Aktoren. Trotz ihrer Kompaktheit mit nur 32 mm Breite verfügen die TBEN-S-RFID-Interfaces über ausreichend Performance. Die Erfassung von über 100 UHF-Datenträgern ist ebenso schnell und komfortabel möglich wie das Lesen und Beschreiben von HF-Datenträgern mit 8 Kilobyte. Leistungsversorgung und Netzwerkanschluss erfolgen über M8-Konnektoren.
Für das Feld sind auch die Multiprotokoll-IO-Link-Master TBEN-L-8IOL in IP 67 und IP 69K geeignet. Das Ethernet-Block-I/O-Modul bietet acht IO-Link-Master-Ports im robusten TBEN-L-Gehäuse. An vier der acht Ports unterstützt das Modul den Class-B-Standard. So können Aktoren wie IO-Link-Ventilinseln oder Robotergreifer, galvanisch isoliert, mit bis zu 2 Ampere versorgt werden. Um Aktorengruppen im Betrieb auszuschalten, kann die Hilfsspannung nicht nur dauerhaft, sondern über die Prozessdaten auch zeitweise abgeschaltet werden. Durch den effizienten Einsatz der angeschlossenen IO-Link-Geräte optimieren Anwender ihr Energiemanagement.
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