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„Dezentrale Antriebe punkten bei den Kosten“

Kompakte Kleinservoantriebe im Trend
„Dezentrale Antriebe punkten bei den Kosten“

Dezentrale Servoantriebe punkten mit hoher Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit. Welchen zusätzlichen Nutzen Anwender durch diese Technik haben, verrät Tom W. Kiel, CEO des Antriebstechnikspezialisten A-Drive, im Interview mit der elektro AUTOMATION.

Das Interview führte Johannes Gillar, freier Journalist im Auftrag der elektro AUTOMATION

elektro AUTOMATION: Dezentrale Kleinservoantriebe liegen im Trend. Welche Vorteile bieten diese Antriebe gegenüber „herkömmlichen“ Antrieben?
Tom W. Kiel: Die Vorteile dezentraler Technik gegenüber zentraler Architektur sind der massiv reduzierte Material- und Zeitaufwand. Durch die am Motor angebaute Ansteuerelektronik entfallen Motor und Geberkabel, die bei Servoantrieben kleiner Leistung einen hohen Kostenanteil haben. Sind große Leitungslängen erforderlich, können sie den Preis leicht verdoppeln. Weiterhin wird die Inbetriebnahme durch aufeinander abgestimmte Komponenten und Voreinstellungen vereinfacht.
elektro AUTOMATION: Wie sieht es mit den Kosten aus? Sind dezentrale Antriebe – und dann noch im Miniaturformat – nicht recht kostspielig?
Kiel: Gerade bei den Kosten punktet die dezentrale Lösung. Allerdings können dezentrale Kleinservos schnell kostspielig werden, wenn die Besonderheiten dieser kompakten Antriebe nicht berücksichtigt werden. Wird die Spannung entsprechend Leistung und nach der Niederspannungsrichtlinie gewählt, bleibt der Antrieb kompakt und günstig. Zulassungen werden für den Maschinenbauer zusätzlich vereinfacht. Die Gleichspannungsversorgung über Zwischenkreis und der Verzicht auf ein integriertes Netzteil sind weiterere Punktpluspunkte zur Kostenbegrenzung.
elektro AUTOMATION: A-Drive bietet im Bereich der dezentralen Kleinservoantriebe mit der Baureihe „Pegasus“ unterschiedliche Lösungen für verschiedene Anforderungen an. Welchen Nutzen haben Anwender davon diese Technik einzusetzen?
Kiel: Die Baureihe Pegasus ist eine von mittlerweile 4 Baureihen in diesem Leistungsbereich. Jede Baureihe hat eine andere Ausprägung und bietet so dem Anwender den jeweils für seinen Markterfolg entscheidenden Nutzen. Bei der Baureihe Pegasus bekommt der Anwender auch bei niedrigem Stückzahlbedarf alle Vorteile eines Seriensprodukts zu minimalen Kosten. Bei Qualität, Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit, Dokumentation und Preis kann er am Stückzahleffekt partizipieren, wenn er seine Anwendung an das Produkt anpasst und nicht umgekehrt.
elektro AUTOMATION: Sie bieten die Pegasus-Antriebe bis zu einer Leistung von 300 W an. Wie sieht Ihr Angebot im höheren Leistungsbereich (bis 500 W und darüber) aus?
Kiel: Ein Ausbau auf 500 Watt ist vorbereitet und kann bei entsprechendem Bedarf schnell umgesetzt werden. Bei zwei Baureihen werden Leistungen bis 500 W und leicht darüber angeboten. Die Technologiegrenze liegt bei 1 kW. Ab dieser Leistung ist ein Technologiewandel erforderlich, der nicht mehr in unserer Expertise liegt.
elektro AUTOMATION: Die Baureihe Modis ist modular aufgebaut und hat eine Leistung bis 500 W bei 48 VDc. Zudem bieten Sie mit dieser Reihe eine integrierte PLC-Funktionalität an. Welche Vorteile hat der Anwender davon?
Kiel: Modularität ist die Ausprägung der Baureihe Modis. Mit vielen Standard-Optionen kann die passende Lösung konfiguriert werden. Die Vorteile sind hierbei hohe Flexibilität mit reduziertem Risiko und reduzierten Kosten. Der Antrieb wird aus erprobten und in Stückzahl produzierten Bauteilen zusammengestellt. Auch für die Regelelektronik werden verschiedene Kommunikationsschnittstellen, SIL-Standards sowie eine integrierte SPS-Funktionalität für autarke Einheiten angeboten. Konfigurieren anstelle konstruieren ist der Weg zur individuellen Lösung ohne Nachteile für Maschinenbauer mit anfänglich niedrigem Stückzahlbedarf.
elektro AUTOMATION: Ein weiterer Trend in der Antriebstechnik sind kundenspezifische Lösungen. Dabei stehen meist Performance und Anforderung an erster Stelle. Was kann A-Drive seinen Kunden diesbezüglich anbieten?
Kiel: Bei kundenspezifischen Lösungen von einem Trend zu sprechen ist nur die halbe Wahrheit. Kundenspezifische Lösungen bieten den Vorteil der Kostenreduzierung, haben aber den Nachteil der Entwicklungskosten. Kosten, die nur dann vertretbar sind, wenn die benötigten Stückzahlen dies rechtfertigen. Genau diese Ausprägung hat der dezentrale Servoantrieb Combo. Hierbei handelt es sich nicht um eine Baureihe, sondern vielmehr um realisierte Lösungen, die gemeinsam mit dem Kunden entstanden sind. Ob Edelstahl-Motor, Schutzart IP67, Getriebe oder elektronische Anpassungen – hier wird ein dezentraler Antrieb engineert, der genau das bietet, was in der Anwendung erforderlich ist und einen Kostenvorteil ergibt. Die Lösung erarbeiten wir gemeinsam mit dem Kunden entsprechend der erwarteten Jahresproduktion.

Kontakt

info

A-Drive Technology GmbH
Taunusstein
Tel. +49 6128-97550
info@a-drive.de
www.a-drive.de

Video-Interview

PLUS

Schauen Sie sich auch das Video-Interview zum Thema Kompakte Servoantriebe mit Manfred Bruksch-Richter, Leiter Business Development bei der A-Drive Technology GmbH, auf der SPS IPC Drives 2015 in Nürnberg an.
http://t1p.de/m88y
Video

So war das mit den Messen vor dem Auftauchen des Coronavirus: Blicken Sie mit uns zurück auf die SPS in Nürnberg...

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