Fachmesse für die smarte und digitale Automatisierung

Martin Roschkowski und Sylke Schulz-Metzner von der Mesago Messe Frankfurt im Gespräch zur Messe SPS

Messe SPS 2019 Nürnberg Mesago Messe Frankfurt
Mit der Namensänderung der SPS IPC Drives auf SPS – Smart Production Solutions möchte der Veranstalter Mesago Messe Frankfurt das Profil der Messe schärfen Bild: Mesago Messe Frankfurt/Mathias Kutt
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Zu ihrem 30. Jubiläum hat die Leitmesse der Automatisierung mit ‚SPS – Smart Production Solutions‘ einen neuen Namen bekommen. Sylke Schulz-Metzner, Vice President SPS, und Martin Roschkowski, Geschäftsführer, beim Veranstalter Mesago Messe Frankfurt, erklären im Interview, wie diese sowie weitere Veränderungen im Markt aufgenommen wurden, wie das Portfolio der SPS scharf gehalten, aber gleichzeitig das komplette Spektrum abgebildet werden soll und welchen Stellenwert 5G für sie hat.

Nora Nuissl, Redakteurin der Schwesterzeitschrift Industrieanzeiger

Nora Nuissl: Frau Schulz-Metzner, Herr Roschkowski, 2018 kam eine neue Halle bei der SPS hinzu. Darüber hinaus haben Sie das Thema Software und IT in der Fertigung stärker verankert – gerade mit der Namensänderung der Veranstaltung. Die ehemalige SPS IPC Drives wird zur SPS – Smart Production Solutions. Wie wurden diese Änderungen aufgenommen?

Martin Roschkowski: Wir haben eine durchweg positive Resonanz von Ausstellern, Besuchern und unseren Partnern – wie VDMA und ZVEI – erhalten. Alle waren hellauf begeistert und wir sind es auch.

Sylke Schulz-Metzner: Ich habe auch in Gesprächen bestätigt bekommen: Der Schritt war überfällig. Wir haben mit dem neuen Namen das Profil geschärft und der Veranstaltung den Namen gegeben, den sie sich in den letzten Jahren durch ihre Exponate längst verdient hatte. Sie war weit mehr als eine Komponentenmesse zur elektrischen Automatisierung. Wir haben in den vergangenen Jahren versucht, das über den Untertitel der Messe abzubilden. Vor zwei bis drei Jahren haben wir zudem Produkte in unserer Nomenklatur ergänzt, um sagen zu können: Jetzt darf auch die IT ausstellen. Somit haben wir schrittweise darauf hingearbeitet, die Veranstaltung abzurunden und ihr neben dem starken Automatisierungs- auch ein Digitalisierungsprofil zu geben, weil diese Welten einfach zusammenwachsen.

Nuissl: Die Digitalisierung wächst stärker mit der Automatisierung zusammen, aber damit gibt es auch mehr und kleinteiligere Bereiche. Haben Sie keine Angst, dass das Portfolio der SPS damit verwässern könnte?

Schulz-Metzner: Wir haben Produkte im Portfolio aufgenommen, aber mit scharfem Blick darauf: Wo verlassen wir den Bereich, der zur Automatisierung gehört? Wir haben uns zum Beispiel entschieden, dass gerade bei der IT Themenbereiche draußen bleiben müssen: Wir haben keine ERP-Systeme aufgenommen. Auch wenn diese durch den Wegfall der Cebit vielleicht eine neue Heimat suchen, sind wir klar darum bemüht, unsere Veranstaltung trennscharf zu halten und nur das abzubilden, was für die Automatisierung und die Digitalisierung der Industrie notwendig ist.

Roschkowski: Das Spektrum scharf zu halten, aber gleichzeitig das komplette Spektrum abbilden zu wollen – das ist das Ziel. Und da kommt natürlich oder kam in der Vergangenheit einiges dazu: IT und Software oder Cybersecurity. Künftig werden Themen wie KI kommen. Die Themen bilden wir heute schon ab und werden wir morgen wahrscheinlich noch stärker abbilden. Aber wir bleiben immer im Spektrum der Automatisierung.

Nuissl: Wie grenzen Sie das denn ab?

Schulz-Metzner: Indem man sich regelmäßig zusammensetzt und betrachtet, welche neuen Themen am Markt sind: Sind das Themen, die wir ergänzend aufnehmen müssen oder sind es Themen, die nicht die Zielgruppe unserer Messebesucher adressieren? Das sind immer noch in erster Linie Maschinenbauer und Konstrukteure aus Unternehmen. Welche Themen beschäftigen diese Anwender und was brauchen sie, um ihre Aufgaben im Unternehmen erledigen zu können? Das sind dann die Themen, die wir auf der Messe spielen müssen.

Roschkowski: Da können Sie schnell in eine Falle tappen, in der Sie plötzlich versuchen, Anwenderindustrien der Automatisierung abzubilden. Nehmen wir das Beispiel Robotik: Wir haben immer wieder sehr viele Anfragen, aber für uns ist die Robotik ein Anwendungsbereich der Automatisierung, und der ist als solcher nicht in unserem Ausstellungsportfolio enthalten. Sie werden trotzdem auf der SPS eine Menge kleiner Roboter sehen, aber die sind zur Vorführung der Automatisierungstechnik, die dahintersteht. Es ist nicht die eigentliche Produktshow eines Roboterarms.

Nuissl: Mit der Digitalisierung wird die Cybersicherheit immer wichtiger. Was zeigen Sie dazu 2019 auf der SPS?

Schulz-Metzner: In diesem Jahr sind die Anbieter aus dem Bereich Industrial Security, also Cybersecurity, räumlich in einem Bereich untergebracht und auch besonders gekennzeichnet. Wir bieten zu Industrial Security außerdem eine Guided Tour an.

Nuissl: Zum Thema 5G: Die Telekom, früher groß auf der Cebit vertreten, pusht das Thema derzeit stark in Deutschland. Kommt sie irgendwann auch auf die SPS?

Roschkowski: Die Entscheidung liegt natürlich bei der Telekom. Wir können uns das sehr gut vorstellen, denn dieser Bereich nimmt auch im Bereich der smarten Automatisierung immer mehr Raum ein. Es könnte sich sehr gut in diese Richtung entwickeln.

Schulz-Metzner: Ich glaube auch, dass das Thema Netzwerkausrüstung eine immer größere Rolle spielen wird. Und vor dem Hintergrund, dass sich die Industrie eigene Frequenzen im Bereich 5G ersteigert hat, wird 5G eine immer größere Rolle spielen. Anfang der 2020er-Jahre werden die ersten Produkte dazu auf den Markt kommen und das werden die Unternehmen zeigen wollen.

Nuissl: Für 5G braucht man die entsprechende Infrastruktur. Die Hannover Messe beispielsweise arbeitet daran, eine 5G-Umgebung auf dem Messegelände aufzubauen. Ist sowas auch für die SPS angedacht?

Roschkowski: An unserem Messestandort Nürnberg ist die Nürnberg Messe an den gleichen Themen dran. Ich würde mal vermuten in gar nicht so viel langsamerer Geschwindigkeit als der eben genannte Messestandort.

Nuissl: Haben Sie in diesem Jahr schon Bereiche mit 5G?

Roschkowski: Das Thema 5G wird in diesem Jahr vor allem auf den Foren in Podiumsdiskussionen und Fachvorträgen aufgegriffen sowie auf den Ständen der Aussteller. Es gibt aber keinen speziellen Bereich für 5G, da bei der SPS primär konkret umsetzbare Lösungen im Fokus stehen. Umso konkreter dieses Thema wird und den Messebesuchern, die mit konkreten Fragestellungen auf die Messe kommen, Produkte und Lösungen hierzu angeboten werden können, umso höher wird der Stellenwert dieser Thematik auf der SPS.

Nuissl: Wohin, denken Sie, entwickelt sich die Messe in zwei bis fünf Jahren?

Roschkowski: Das ist schwer vorhersehbar. Was wir sehen und was wir erkennen ist, dass sich die Welt viel schneller dreht als vorher. Das heißt, Themen die dazukommen, werden sich viel schneller auf der SPS etablieren, wie wir heute vielleicht gerade einmal erahnen. Die können in drei Jahren vielleicht schon als fertiges Produkt dastehen. Und andere Themen, von denen wir sagen, die stehen noch solide da, sind vielleicht in fünf Jahren nicht mehr von Interesse für einen Besucher. Dann müssen wir reagieren und Themen vielleicht aus unserem Portfolio streichen. Für uns ist es wichtig, am Puls der Zeit zu bleiben und die Industrie zu begleiten. Damit die SPS eine Veranstaltung bleibt, wie sie auch heute schon ist: Ein Ort, wo sich Anbieter und Anwender treffen, um Problemlösungen zu diskutieren und Lösungen dafür zu finden. ik

Weitere Informationen zum Rahmenprogramm der SPS 2019:
hier.pro/mNwwJ

Kontakt:
Mesago Messe Frankfurt GmbH
Rotebühlstr. 83-85
70178 Stuttgart
Tel. +49 711 61946-0
Fax +49 711 61946-91
E-Mail: info@mesago.com
mesago.com


Sylke Schulz-Metzner, Vice President SPS, Mesago Messe Frankfurt
Bild: Mesago Messe Frankfurt

„Vor dem Hintergrund, dass sich die Industrie eigene Frequenzen im Bereich 5G ersteigert hat, wird 5G eine immer größere Rolle spielen.“


Martin Roschkowski, Geschäftsführer, Mesago Messe Frankfurt
Bild: Mesago Messe Frankfurt

„Die SPS ist ein Ort, wo sich Anbieter und Anwender treffen, um Problemlösungen zu diskutieren und Lösungen dafür zu finden.“


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