MTM Power entwickelt und fertigt Stromversorgungen in Deutschland

Leistung für störungsfreie Prozesse

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Moderne elektronische Geräte und Anlagen in der Industrie erfordern fast immer den Anschluss an eine Stromversorgung, die den zuverlässigen und störungsfreien Betrieb sicherstellt. MTM Power entwickelt und produziert Stromversorgungsmodule, die in vielen Applikationen zum Einsatz kommen. Die Geschäftsführer, Dr. Mathias Ullrich, Steffen Heinrich und Michael Peters erläutern das Konzept und die Ziele des Unternehmens.

Interview: Andreas Gees, stellvertretender Chefredakteur elektro AUTOMATION

elektro AUTOMATION: Sie waren zuletzt als Aussteller auf der embedded world, dort trafen Sie vor allem Elektronik-Entwickler. Ist das Ihre Zielgruppe?
Peters: Die Besucher der embedded world sind Elektronik-Entwickler der verschiedenen Branchen, die industrietaugliche Stromversorgungen und nicht nur reine PC-Netzteile benötigen. Diese Branchen sind prinzipiell auch unsere Zielgruppen. Dazu gehören die Bahn- und Fahrzeugtechnik, die Windenergie sowie die Kommunikationsindustrie, aber auch die Kraftwerkstechnik sowie die chemische Industrie und die Roboter-Technik. Auch der Standort Nürnberg ist für uns vorteilhaft, weil wir dort viele unserer Kunden treffen, nicht nur aus dem embedded-Bereich.
elektro AUTOMATION: Welche Trends sehen Sie im Bereich der Stromversorgungen?
Peters: Der Trend zu mehr Energieeffizienz spielt mehr denn je eine Rolle. Kompaktere Bauformen und höhere Wirkungsgrade werden zukünftig dazu beitragen, Ressourcen und Energie zu sparen. Das gilt vor allem im DC-Bereich, während es im AC-Bereich bisher nicht konsequent berücksichtigt wurde. Ein Grund liegt wohl auch darin, dass bei einer Batterie-Versorgung Effizienz mehr Bedeutung hat. Dafür haben wir unsere Green-Power-Geräte entwickelt. Bei den Wirkungsgraden liegt die Zielvorgabe deutlich über 90 %. Es gibt einzelne Geräte, die 93, 94 % erreichen. Auch die Kosten spielen dabei eine Rolle, teure Lösungen wollen die Kunden oft nicht bezahlen.
Heinrich: Zu beachten ist, dass bei höheren Leistungen höhere Wirkungsgrade einfacher zu erreichen sind. In unserem Spektrum kompakter Geräte am unteren Ende des Leistungssegments ist das deutlich schwieriger. Bei geringen Leistungen sind beispielsweise die statischen Verluste viel höher. Oft arbeiten die Geräte im Teillastbetrieb und auch die Einschaltdauer spielt eine Rolle.
elektro AUTOMATION: Welche Rolle spielt für Sie das Industrieumfeld und die Steuerungstechnik im Schaltschrank?
Peters: Wir sehen uns als Anbieter im industriellen Umfeld, aber eher bei der dezentralen Stromversorgung, da wir vor allem vergossene Geräte anbieten. Wir sind kein klassischer Hutschienenanbieter. Es macht für uns auch keinen Sinn, da der Markt von vielen Unternehmen einschließlich eines starken Wettbewerbs aus Fernost dominiert wird. Wir suchen und bedienen deshalb Applikationen außerhalb des Schaltschranks, im dezentralen industriellen Umfeld.
elektro AUTOMATION: Sie bieten auch DC/DC-Wandler an. Zentrale Stromversorgungen plus AC/DC/DC-Wandler oder dezentrale 24-VDC-Netzgeräte – welches Konzept eignet sich wofür?
Peters: Beide Konzepte haben ihre Berechtigung. Eine zentrale 24-V-Versorgung mit hoher Leistung ist oft die kostengünstigste Lösung. Die Verteilung der zentralen 24 V hat aber auch Nachteile, durch die notwendigen Leitungsquerschnitte und den Spannungsabfall über längere Wege erhöht sich der Aufwand in der Installation. Dezentrale Systeme erlauben eine angepasste Versorgung der Verbraucher direkt an der Applikation, eine AC-Verteilung ist dabei einfach und günstig zu realisieren. Bestes Beispiel dafür sind unsere IP67-AC/DC-Module, die on-machine und dezentral die Versorgung von Sensorik und Aktorik übernehmen.
elektro AUTOMATION: Wie sehen Sie die Entwicklung bei IP67-Stromversorgungen? Gerade im Industrie-Umfeld könnte die Technik wieder an Bedeutung gewinnen?
Peters: Wir sehen uns als Erfinder der IP67-Stromversorgung und sind in diesem Markt seit vielen Jahren vor allem als Lieferant bei OEMs erfolgreich. Schon in der Vergangenheit haben wir versucht, Maschinenbauer vom dezentralen Ansatz zu überzeugen, die jedoch bei ihren Schaltschränken geblieben sind. Heute sind zunehmend aktive Komponenten und Feldverteiler für die verbreiteten Feldbusse in IP67 verfügbar, sodass das Interesse, auch durch kürzere Montagezeiten, wieder wächst.
elektro AUTOMATION: Was sind die Besonderheiten von MTM Power?
Heinrich: Wir bieten alles aus einer Hand. Wir haben eine eigene Entwicklung und produzieren auch selbst. Wir bieten einen guten Support und betreiben ein eigenes EMV-Labor. So können unsere Mitarbeiter bei Problemen sofort reagieren und gemeinsam mit dem Kunden nach einer Lösung suchen; was reine Vertriebsunternehmen so nicht leisten können. Da wir zu einem erheblichen Anteil kundenspezifisch produzieren, kann der Kunde davon ausgehen, dass er genau das Gerät bekommt, das er benötigt. Unsere Entwickler können jede beliebige Schutzart realisieren und die Geräte mit jedem gewünschten Stecker versehen.
elektro AUTOMATION: Ist es möglich, in Europa wettbewerbsfähig zu fertigen?
Peters: Eine Großserienproduktion funktioniert sicher nicht. Im industriellen Bereich jedoch lassen sich mittlere Serien wettbewerbsfähig fertigen. Es gibt durchaus Kunden, die Produkte gelegentlich überarbeiten. Da ist ein zuverlässiger und flexibler Lieferant unerlässlich. Außerdem fertigen und prüfen auch wir hoch automatisiert.
Heinrich: Noch bestehende Vorteile bei den Personalkosten beispielsweise in China werden sich auf absehbare Zeit auflösen. Unsere Kunden sind auf zuverlässige Lieferanten angewiesen, wenn sie selbst Qualität liefern müssen. Oft können die Importeure die Typprüfungen nicht garantieren, sodass bei jeder Charge erneut eine EMV-Prüfung erforderlich ist. Ein Beispiel für die Qualität ist der thermoselektive Vakuumverguss unserer Module (EP 1 987 708, U.S.-Patent 8,821,778 B2). Er macht den Masseanschluss überflüssig, sorgt für eine Stoß- und Vibrationsfestigkeit und schützt bei Temperaturwechseln. Bis zu zehn verschiedene Tests und Qualitätsprüfungen müssen die Produkte durchlaufen, bevor sie ausgeliefert werden. Durchgeführt werden neben optischen Kontrollen und dem Burn-In auch elektrische, vollautomatische Einzelstückprüfungen sowie Isolationstests bis 4 kV.
elektro AUTOMATION: Sie haben die Fertigung der Wickelgüter ausgebaut; für die eigenen Geräte oder für externen Bedarf?
Ullrich: Wir produzieren im thüringischen Unterweißbach auch weiterhin Transformatoren. Das sind zum einen die Übertrager und Spulen für unsere Geräte. Zum anderen aber auch kundenspezifische Transformatoren, Impulstransformatoren und Sonderprodukte wie Impuls-Hochspannungstransformatoren. Die Standardgeräteproduktion lohnt sich für uns dagegen nicht.
elektro AUTOMATION: Wie ist das Unternehmen aufgestellt?
Peters: Die Produktion aller Geräte erfolgt in Mellenbach. Marketing und Vertrieb sind aus historischen Gründen in Frankfurt/Main ansässig; der im vergangenen Jahr verstorbene Unternehmensgründer und ehemalige Eigentümer Hilmar Kraus hatte seinen Sitz in Frankfurt. Der Vertrieb arbeitet mit eigenen Außendienstmitarbeitern, in Frankreich und USA gibt es eigene Niederlassungen. Weitere Märkte werden durch Partner abgedeckt. Auf der Suche nach Vertriebspartnern sind wir überall dort vertreten, wo unsere Geräte als Zulieferprodukte beispielsweise im Bahnbereich oder im Schiffsbau zum Einsatz kommen. Das gilt insbesondere für China, wo viele Hochgeschwindigkeitszüge neu gebaut werden. Dort werden wir zukünftig aktiver werden. Mit knapp 200 Mitarbeitern streben wir 2015 ein zweistelliges Umsatzwachstum an.
elektro AUTOMATION: Was sind die zukünftigen Entwicklungen? Welche Produkte entstehen zurzeit?
Heinrich: Wir haben einige Projekte auf den Weg gebracht und arbeiten an einer ganzen Reihe neuer Geräte. So werden wir die Leistungsklassen nach oben erweitern. Während wir im AC/DC-Bereich heute Geräte bis 200 W liefern, wollen wir demnächst durch neue Technologien, Bauelemente und eine mehrstufige Wandlertechnik deutlich mehr Leistung in unsere Gehäuse bringen. Gerade bei höherer Leistung denken wir über neue Halbleitergenerationen und neue Topologien nach, während es bei den bestehenden Produkten keinen Sinn macht, auf neue Technologien umzustellen.
elektro AUTOMATION: Welche Wünsche äußern Ihre Kunden?
Peters: Eine immer wieder diskutierte Problematik ergibt sich aus Last- und Einschaltströmen, zumal dann, wenn viele Geräte gleichzeitig eingeschaltet werden. Immer wieder taucht die Frage nach der Kommunikationsanbindung auf, wobei aufgrund fehlender Standards bisher offen ist, welche Schnittstellen und Bussysteme unterstützt werden sollen. Ein Busanschluss bietet sich eher für kundenspezifische Lösungen an. Nicht alle Kunden benötigen alle Features, hier könnten verschiedene Ausbaustufen die detaillierten Anforderungen erfüllen. Thema sind auch die Entkoppeldioden für redundante Parallelschaltung. Ob sie integriert sind, entscheidet die Applikation.

INFO & KONTAKT

MTM Power
Messtechnik Mellenbach GmbH
Edingerweg 6
60320 Frankfurt/Main
Tel.: 069 15426-0
http://mtm-power.com/de/
Weitere Informationen über das Unternehmen bietet ein Video
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