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Energieführungssysteme von Tsubaki als flexible Lösung in Hafenkranen

Heavy-Duty-Anwendung
Energieführungssysteme von Tsubaki als flexible Lösung in Hafenkranen

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Wenn das Energieführungssystem eines Hafenkrans ausgetauscht werden muss, ist das mit einigen Herausforderungen verbunden – jedoch keinen, denen sich die Experten von Tsubaki Kabelschlepp nicht stellen würden. In Panama installierte ein internationales Team in nur 10 Tagen eine Heavy-Duty-Energiekette mit allem, was dazu gehört – von den Adapterkonsolen über den Mitnehmerarm bis hin zu den passenden Leitungen.

Thorsten Serapinas, Head of Application Engineering, Tsubaki Kabelschlepp GmbH, Wenden-Gerlingen

Der Manzanillo International Terminal (MIT) ist einer der wichtigsten Hafenterminals Lateinamerikas mit Verbindungen in etwa 125 Länder. Die Tsubaki Kabelschlepp GmbH, Wenden-Gerlingen, kam über Außendienst-Mitarbeiter in den USA in Kontakt mit der Hafenverwaltung, als die Energieführungskette eines STS-Krans rundum erneuert werden sollte. Der Kran war mit einem Mitbewerber-System ausgestattet, das aufgrund seines Alters komplett verschlissen war. Energieführungen für Krane sind ein Schwerpunktgebiet des Herstellers und in vielen Häfen der Welt im Einsatz. Insofern wussten die Lösungsanbieter genau, was zu tun war: Zunächst erfolgte eine Besichtigung und Vermessung der Anlage vor Ort. Anschließend plante der Energieführungssystem-Spezialist das komplette Projekt und erstellte ein Angebot, das der Hafenbetreiber akzeptierte. Für die Umsetzung des Projekts stellten die Wendener ein internationales Team zusammen: Die Projektplanung und -leitung erfolgte in Deutschland, bei der Koordination und Umsetzung half das Team in den USA. Die Montage erfolgte in Zusammenarbeit mit einem Team des Hafenbetreibers. Abgesehen von der Demontage des alten Systems und der Installation der neuen Energieführungskette wollte der Hafenbetreiber während einer knapp zweiwöchigen Down-Time des Kranes auch nötige Wartungsarbeiten um das Energieführungssystem herum durchführen: Unter anderem sollten die Aufhänger mit einer Korrosionsschutzbeschichtung versehen werden. Damit standen für die Arbeiten an der Energieführungskette selbst ganze 10 Tage zur Verfügung – ein enges Zeitfenster, das gleichwohl unbedingt eingehalten werden musste.

Flexibilität beim Retrofit

Die knappe Zeit war aber nicht die einzige Herausforderung bei diesem Projekt: Bei einem Retrofit wie diesem müssen die Umgebungsbedingung des Krans berücksichtigt werden. Der Erstausstatter eines Kranes montiert die Energieführungskette liegend in einer geschützten Produktionshalle. Ganz anderes bei einer Anlage, die bereits im Betrieb ist: Die Installationsarbeiten erfolgen in großer Höhe und sind beeinträchtigt von Wind und Wetter. Die Sicherheit der Mitarbeiter hat deshalb von höchster Priorität. Zudem gehen viele Jahre schwerer Arbeit auch an einem Hafenkran nicht spurlos vorbei – das erfordert eine gewisse Flexibilität bei Konstruktion und Montage. Ein gutes Beispiel dafür ist der Mitnehmerarm, den der Hersteller in Kombination mit einem schwimmenden Mitnehmer lieferte. Das sogenannte Floating Moving Device (TKFMD) ist eine spezielle Anbindung, die horizontale und vertikale Abweichungen kompensiert. Denn nach 10 Jahren im Einsatz lässt sich auch bei der besten Anlage eine gewisse Instabilität nicht vermeiden. Die daraus resultierenden Vibrationen würden sich jedoch auf die Energieführungskette übertragen und langfristig Probleme verursachen. Der flexible schwimmende Mitnehmer gleicht unerwünschte Bewegungen aus und sorgt somit für eine optimale Übergabe der Leitungen. Ein weiteres Beispiel für flexible Lösungen beim Retrofit sind Adapterkonsolen. Der Hintergrund: Nachdem der Kran bis dato mit Mitbewerber-Energieführungen ausgerüstet war, existierten für die Befestigung des Systems Bohrungen, die für die Lösungen der Ostwestfalen nicht kompatibel waren. Bei einer Verfahrwegslänge von ca. 100 m müsste man in luftiger Höhe etwa 300 neue Befestigungslöcher in Stahl bohren. Das ist aufwendig, gefährlich und insgesamt nicht wirtschaftlich. Deshalb brachten die Experten auf den vorhandenen Bohrungen konstruktiv abgestimmte Adapterplatten an, die wiederum als Befestigung für das neue System dienten.

Roller-Supported-Chains für lange Verfahrwege

Der bereits angesprochene lange Verfahrweg der Anlage von genau 112,5 m bestimmte auch die Wahl des Energieführungssystems: Roller-Supported-Chains sind die geeignete Lösung für solche Anlagen. Aufgrund der geforderten Verfahrwegslänge fiel sofort eine Entscheidung für eine rollende Kettenanwendung. Im Gegensatz zu bereits auf dem Markt existierenden gleitenden/rollenden Systemen berührt das Obertrum des RSC-Systems des Herstellers zu keinem Zeitpunkt das Untertrum. Dabei läuft das Obertrum der Energieführungskette mit kugelgelagerten, wartungsfreien Rollen auf einem Führungsprofil. Weil dadurch nur geringe Zug-/Schubkräfte benötigt werden, verringert sich der Verschleiß innerhalb der Bolzen-/Bohrungsverbindungen der Energieführungskette auf ein Minimum. Eine unerwünschte Auslängung im Gesamtsystem wird dadurch nahezu ausgeschlossen und die geführten Leitungen erfahren keine zusätzliche Belastung. Außerdem lässt sich aufgrund der geringen Zug-/Schubkräfte die erforderliche Antriebskraft und dadurch auch die Leistung der Antriebe deutlich reduzieren.

Eine Heavy-Duty-Kette für extreme Anforderungen

Bezüglich der Kette selbst entschied man sich für die die TKHD-Serie des Herstellers: Diese robusten und stabilen Energieführungsketten eignen sich besonders für die Kranindustrie. Mit ihrem gekapselten Anschlagssystem, einer schmutzunempfindlichen Außenkontur und einem verstärkten Bolzenbohrungsanschluss überzeugen die Energieführungen auch bei einem Einsatz in rauen Umgebungsbedingungen mit einer hohen Lebensdauer. Die massiven Seitenbänder sind dank einer speziellen Doppelgabel-Laschen-Konstruktion sehr stabil ausgeführt. Für einen ruhigen Lauf sorgt ein integriertes Dämpfungssystem, das dauerhaft sowohl im Kettenradius als auch in der gestreckten Länge arbeitet. Die Teilung von 90 mm und die polygonoptimierte Außenkontur wirken sich ebenfalls positiv auf den ruhigen Lauf der Energieführungskette aus. Bei einer Innenhöhe von 87 mm lässt sich die Breite der Energieführungen exakt dem Bauraum anpassen: Aluminiumstege im 1 mm-Breitenraster machen es möglich. Auch die vertikale Innenaufteilung lässt sich dank fixierbarer Trennstege flexibel gestalten. Anwender profitieren zudem von einer schnellen Montage; die Energieführungsketten lassen sich zur Leitungsbelegung sowohl nach innen als auch nach außen schnell öffnen.

Muster-Projekt mit Wiederholungschancen

Im März 2018 montierte das Team rund um Tsubaki Kabelschlepp das neue Energieführungssystem inklusive der passenden Traxline-Leitungen ohne größere Probleme und innerhalb des vereinbarten Zeitrahmens – ein Ergebnis der guten Projektplanung und Expertise aller Beteiligten. Im Nachgang lieferte der Hersteller eine detaillierte Dokumentation im vollen Umfang, darunter ein Wartungs- und Inspektionsplan inklusive Bildern und Zeichnungen für die Instandhaltung vor Ort. Auch nach Projektabschluss blieb der Hersteller mit dem Hafenbetreiber eng in Kontakt und erhielt kontinuierlich Updates – die bis heute ausschließlich positiv ausfallen. „Wir haben in vertrauensvoller Zusammenarbeit ein System erarbeitet, das wie erwartet stabil und konstant läuft“, so David Avice, Project Manager Crane Department bei MIT. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf und dem Ergebnis dieses Projekts.“ Ein Best-Practice-Beispiel also, das auch die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit sein könnte: Mittelfristig plant MIT, auch die übrigen STS-Krane mit neuen Energieführungsketten auszustatten – für dieses Vorhaben haben sich Energieführungssystem-Spezialisten mit dem erfolgreichen Projekt empfohlen. jg

Details zu den Lösungen für Krananlagen von Tsubaki Kabelschlepp
hier.pro/unnvq

Kontakt:

Tsubaki Kabelschlepp GmbH
Daimlerstraße 2
57482 Wenden-Gerlingen
Tel. +49 2762 4003–0
info@kabelschlepp.de
https://tsubaki-kabelschlepp.com/de-de/

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