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Kabelverschraubungen Marathon, Ventgland und Sprint von Wiska

Innovationen bei Kabelverschraubungen
100 Jahre Wiska: Von Messing über Bakelit zu modernen Werkstoffen

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Eine moderne Kabelverschraubung sorgt für die sichere Ein- bzw. Durchführung eines Kabels durch die Schaltschrank- oder Gehäusewand. Daneben bietet sie weitere Funktionen wie die Zugentlastung sowie den Knick- oder EMV-Schutz. Die Kabelverschraubungen der Wiska Hoppmann GmbH sind heute rund um den Globus im Einsatz und zeichnen sich durch flexible Einsatzmöglichkeiten in den unterschiedlichsten Industriebereichen aus.

Inhaltsverzeichnis

1. Zwei-Komponenten-Spritzguss
2. Luftdurchlässigkeit ist gefordert
3. Der Weg zum Verschraubungssystem
4. Spezialist für Kabeleinführungen
5. Von Messing bis Kunststoff
6. Meilensteine der Kabelverschraubung

Das Industrie-Umfeld, die Lebensmittelproduktion aber auch die Gebäudetechnik stellen hohe Anforderungen an die Installationstechnik. Moderne Kabelverschraubungen sorgen dafür, dass EMV-gerechte Lösungen für die Industrie entstehen, dass Hygiene-Kabelverschraubungen aus Edelstahl das EHEDG-Zertifikat der Lebensmittelindustrie erhalten oder dass Kabelverschraubungen mit speziellen Dichteinsätzen beispielsweise im Bahnverkehr für einen zuverlässigen Brandschutz gemäß EN 45545-2 sorgen.

Zwei-Komponenten-Spritzguss

Eine der aktuellen Entwicklungen der Wiska Hoppmann GmbH in Kaltenkirchen bei Hamburg ist die Kabelverschraubung Marathon. Um auf engstem Raum mehrere Verschraubungen unterbringen zu können, entwickelte das Unternehmen eine Lösung, die im Vergleich zu anderen Verschraubungen deutlich kleiner ist, jedoch über einen verhältnismäßig großen Dichtbereich verfügt. Die besonderen Eigenschaften dieser Kabelverschraubung beruhen auf dem Herstellverfahren. Dabei kommen moderne Kunststoff-Spritzgießverfahren zum Einsatz, die Kabel und Verschraubung optimal miteinander verbinden und Produkte ermöglichen, die mehrere Eigenschaften vereinen. So zeichnet sich die Marathon-Kabelverschraubung vor allem durch ein weiterentwickeltes Prinzip der Zugentlastung bei gleichzeitig kabelschonenden Dichtungseigenschaften aus. Der Klemmkäfig wird hierbei durch einen 2-Komponentenspritzguss mit der Dichtung direkt verbunden. Die Kabelverschraubung ist extrem robust, da die äußeren Metallteile aus Zink im Druckgussverfahren hergestellt werden.

Luftdurchlässigkeit ist gefordert

Eine weitere Innovation geht auf die Entwicklung der VentGland im Jahr 2007 zurück. Wiska war damit einer der ersten Hersteller, die Venting-Kabelverschraubungen eingeführt haben. „Lange Zeit ging es darum, dass diese Komponenten wirklich dicht halten. Von Produkt zu Produkt wurde am Dichtungskonzept gefeilt. Dabei ergab sich jedoch ein Problem: Die Kabelverschraubungen waren so abgedichtet, dass Luft im Gehäuse nicht mehr zirkulieren konnte und sich Kondenswasser bildete. Dieses Problem haben wir mit der VentGland gelöst“, sagt Matthias Haack, Vertriebsleiter und Produktverantwortlicher für Kabeleinführungen bei Wiska. Die technische Eigenschaft bei der Verschraubung besteht darin, dass sie Druckausgleich und Kabelverschraubung in einem Produkt vereint. Eine atmungsaktive, mikroporöse ePTFE-Membran ist in die Kabelverschraubung integriert und ermöglicht den Druckausgleich zwischen Innen- und Außenatmosphäre. Sie reduziert somit die Kondenswasserbildung bei gleichzeitigem Staub- und Wasserschutz. Als Pionier bei der Entwicklung von Venting-Kabelverschraubungen zählt Wiska heute zu den Experten für atmungsaktive Komponenten zur Vermeidung von Kondenswasser und verfügt über ein großes Venting-Sortiment für diverse Einsatzbereiche mit unterschiedlichen Luftdurchflussraten.

Der Weg zum Verschraubungssystem

Schon seit dem Ende der 1980er Jahre wurde an einer europäischen Norm zur Vereinheitlichung der Anschlussgewinde bei Kabelverschraubungen gearbeitet, an der auch Wiska beteiligt war. Deshalb entschied man sich schon ein Jahr vor der Veröffentlichung der EN-Norm 50262 1997 für eine komplette Neuentwicklung mit dem Ziel, Verschraubungen mit metrischen Gewinden herzustellen und ein komplettes System zu entwickeln, das es ermöglicht, unterschiedliche Kabelverschraubungen modular und für unterschiedliche Anwendungsgebiete zusammenzustellen. Mit dieser Zielsetzung entstand das Sprint-System. Jede Sprint-Verschraubung ist nach dem gleichen 4-in-1-Prinzip aufgebaut: Jeweils vier Bauteile – Hutmutter, Dichteinsatz, ein optionaler EMV-Einsatz und Stutzen – ergeben eine vollständige Kabelverschraubung. Für alle Verschraubungen, ob aus Kunststoff, Messing oder Edelstahl, gelten identische Klemmbereiche. Das umfangreiche Sortiment an Mehrfach-, Reduzier- und Sonderdichteinsätzen, das auch verschiedenen Kabelausführungen gerecht wird, passt zu allen Materialien. Das flexible Sprint-System erfüllt alle Anforderungen nach IP66, IP68 und IP69.

Spezialist für Kabeleinführungen

Wer wachsen will, muss Neues schaffen. Das gilt auch bei Wiska: Wenn ein Kunde eine spezielle Lösung benötigt, dann ist es der Anspruch, gemeinsam mit ihm eine optimale Lösung zu erarbeiten. So entstehen in der eigenen Innovations- und Entwicklungsabteilung aus Ideen Produkte für die unterschiedlichen Anforderungen der Kunden und deren Applikationen.

Gerade im Bereich des Elektroinstallationsmaterials haben Kundenanfragen immer wieder zu Neuentwicklungen geführt, die später in das reguläre Produktsortiment aufgenommen wurden. So hat sich das Unternehmen über die Jahre zum Vollsortimenter für Kabeleinführungen entwickelt. „Während der gesamten Wiska-Geschichte sind wir neue Wege gegangen und standen für individuelle Lösungen. Angefangen bei den Gründern, die mit der Idee, Installationsmaterial für die extremen Anforderungen auf See zu fertigen, den Grundstein für unsere Ausrichtung gelegt haben – bis zum heutigen Tag“, sagt Ronald Hoppmann, Enkel des Unternehmensgründers, der das Familienunternehmen mit seiner Schwester Tanja Hoppmann in 3. Generation führt.

Im Jahr 1919 machten sich ein Konstrukteur bei Blohm+Voss und ein Freund selbstständig und gründeten eine Spezialfabrik zur Herstellung von Schiffsinstallationsmaterial aus Messing in Hamburg-Eimsbüttel. 1933 entstand in einem Gespräch zwischen den Gründern Wilhelm Hoppmann und Hermann Mulsow die Idee vom Namen Wiska – als Abkürzung für „wasserdichte isolierstoffgekapselte Kabelarmaturen“. Heute, 100 Jahre später, beschäftigt das Familienunternehmen 210 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland und 50 in Tochtergesellschaften weltweit. In Kaltenkirchen nördlich von Hamburg werden neben dem umfangreichen Produktsortiment des Installationsmaterials mit Kabeleinführungen und Abzweigkästen auch Scheinwerfer, Strahler, Kühlcontainersteckdosen und Videoüberwachungssysteme für den weltweiten Einsatz entwickelt und produziert.

Von Messing bis Kunststoff

War die erste Kabelverschraubung 1919 noch aus Messing und speziell für die extremen Anforderungen im Schiffbau entwickelt, begann das Unternehmen bereits 1925, die weltweit ersten Kabelverschraubungen aus Phenolharz Duroplast, dem sogenannten Bakelit, herzustellen. Konstruktionsbedingt konnte sich bei dieser Kabelverschraubung leicht Wasser auf dem eingesetzten Dichtungsring sammeln und weil die Gummiqualität der Dichtungsringe damals weniger hochwertig waren, konnte leicht Wasser eindringen. Um das zu verhindern, wurden Kabelverschraubungen nach der Installation oft zusätzlich mit Kitt abgedichtet. Das änderte sich erst 1960 mit der sogenannten KVG (Konusverschraubung Glasfaserverstärkt). Bei dieser Kabelverschraubung wird der Dichtstutzen im Inneren mit einer Schräge in Form eines Konus versehen. Durch das Festschrauben der Druckschraube wird die Dichtung gegen die Schräge gequetscht und fester an das Kabel gedrückt. Die Zugentlastung und Abdichtung der KVG werden so verstärkt und die Sicherung des Kabels verbessert. ge

Kontakt zu Wiska

WISKA Hoppmann GmbH
Kisdorfer Weg 28
24568 Kaltenkirchen
Deutschland
Tel.: +49-4191-508-0
Fax: +49-4191-508-129
E-Mail: contact@wiska.de
Website: www.wiska.com
Geschäftsführer: Ronald Hoppmann, Tanja Hoppmann

Info-Tipp

Venting-Rechner für Kabelverschraubungen und Druckausgleichselemente

http://hier.pro/3VJbf


PLUS

Meilensteine der Kabelverschraubung

  • 1919 Kabelverschraubung aus Messingguss
  • 1925 Kabelverschraubung aus Bakelit
  • 1960 glasfaserverstärkte Konusverschraubung
  • 1965 Filterstutzen für den Luftausgleich zwischen Gehäuseinnerem und Außenluft
  • 1987 Sprint-Kabelverschraubungen mit Pg-Gewinde
  • 1997 Sprint-System mit metrischem Gewinde
  • 2007 Wiska entwickelt VentGland
  • 2017 Marathon mit verbesserten Zugentlastungs und Dichtungseigenschaften

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