Komfortables Bedienen von Verpackungsmaschinen mittels Touchscreen

Wie die Pillen in die Schachtel kommen

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Wie kommen die Pillen in die Schachtel und wie kommen sie wieder heraus? Diese Frage wurde schon in der „Sendung mit der Maus“ in der ARD näher beleuchtet. Ein Unternehmen, dass sich seit mehr als 50 Jahren mit dieser Thematik auseinander setzt, hat eine Verpackungsmaschine entwickelt, bei der ein Touchpanel zur komfor-tablen Bedienung zum Einsatz kommt.

Dirk Hartmann ist Marketingleiter bei Proface Deutschland GmbH in Stuttgart

Als Konsument macht man sich in der Regel wenig Gedanken darüber, wie Tabletten und Dragees in die allseits bekannten Aluminium- und Kunststoffverpackungen gelangen. Wichtig ist nur, dass sie gut verschlossen und unkompliziert herauszunehmen sind.
Die Uhlmann Pac Systeme GmbH & Co KG im schwäbischen Laupheim kann auf langjähriges Know-how bei der Tablettenverpackung zurückgreifen. Mit über 850 Mitarbeitern im Stammhaus bei Ulm und fünf eigenen Gesellschaften sowie rund 60 Vertretungen weltweit gilt Uhlmann als Marktführer auf dem Gebiet der pharmazeutischen Verpackung. Insbesondere die Blisterverpackungen gehören zur Kernkompetenz des traditionsreichen Familienunternehmens. Als Blister werden die speziell tiefgezogenen und automatisch bestückten Folienverpackungen bezeichnet, die man von den unterschiedlichen Tablettensorten her kennt.
Bedienung per Touchscreen
Uhlmann deckt eine ganze Reihe von verpackungstechnischen Anwendungen ab. Die Produktpalette reicht von Thermoform-, Kartonier- und Endverpackungsmaschinen bis hin zu kompletten Verpackungslinien. Darüber hinaus hat man erkannt, dass eine erfolgreiche Marktposition auf Dauer nur mit den dazugehörigen Dienstleistungsangeboten gehalten werden kann. In speziell gestalteten Seminaren erhalten Bediener, Einrichter und Ingenieure das Fachwissen für eine optimale Maschinenbedienung vermittelt.
Als eine der neuesten Entwicklungen im Hause Uhlmann steht die Blistermaschine B1260 kurz vor der Markteinführung. Als Stand-alone-System liegen die besonderen Eigenschaften in der flexiblen Produktion auf kleinstem Raum. In Verbindung mit dem in Linie verketteten Kartonierer C2155 steht dieser Maschinenverbund vergleichbaren Großanlagen in nichts nach.
Eine weitere Neuheit dieser Maschinengeneration ist die komplette Bedienung aller Steuerungsfunktionen per Touchscreen. Dabei kommt die neue Touchpanel-Serie von Pro-face zum Einsatz. Beide genannten Maschinentypen sind mit je einem Display ausgestattet. Die Gründe für die Entscheidung zugunsten Pro-face sind vielschichtig.
Nach Aussage von Roland Bartmann, leitender Projektingenieur in der Elektrokonstruktion bei Uhlmann, bestand zum einen die Forderung darin, einen Maschinentyp zu entwickeln, der im unteren Leistungssegment eine ähnlich komfor-table und zugleich einfache Bedienung bietet, wie man es sonst nur von komplexen Verpackungslinien gewohnt ist. Darüber hinaus sollte bei der B1260 dieselbe Bedienoberfläche zum Einsatz gelangen, die sich bei bestehenden Maschinen bereits bewährt hat. Eine speziell für Uhlmann entwickelte Anwenderumgebung liefert eine durchgängige Bedienung bei nahezu sämtlichen Maschinentypen. Maschinenbediener, die einmal auf so ein Bedienkonzept trainiert worden sind, haben damit keine Schwierigkeiten, sich mit einem ähnlichen oder nachfolgendem Maschinentyp zurecht zu finden.
Einfaches Konvertieren der Bilddateien
Mit der Konvertierung bestehender Bilddateien im Bitmap- bzw. DXF-Format war es ein Leichtes, die standardisierte Oberfläche auf dem GP2600 zu implementieren. Das Gerät mit einer Bildschirmdiagonalen von 30,7 cm (12,1 Zoll) und einer resistiven Touchoberfläche bietet genügend Raum für eine detaillierte Prozessdarstellung. Mit seiner planen Oberfläche, die in der Schutzart IP65F ausgeführt ist, ist auch ein Einsatz in rauer Industrieumgebung unproblematisch.
Ein weiterer Vorteil des Pro-face-Visualisierungskonzepts ist die komfortable Sprachumschaltung. Durch die globalen Aktivitäten von Uhlmann bestand die Forderung, die Maschinen mit einer mehrsprachigen Bedienerführung auszustatten. Bei der B1260 wird zurzeit neben Deutsch noch Französisch und Englisch als Zusatzsprache implementiert, weiß Roland Bartmann zu berichten. Auf Kundenwunsch kann es auch mal Schwedisch oder Kroatisch sein. Die GP2000-Serie unterstützt bis zu 16 Online-Sprachen, so dass an dieser Stelle noch Reserven vorhanden sind. Die unterschiedlichen Verpackungseinheiten werden in so genannten Formaten bzw. Rezepturen verwaltet. Durch die Verwendung von steckbaren CF-Karten (Compact-Flash) können reproduzierbare Formate ohne Aufwand abgelegt und an einem sicheren Ort aufbewahrt werden.
Bei der Erstellung der Bedienoberfläche kam den Ingenieuren die komfortable Projektierungssoftware GP-PRO/PBIII entgegen. Mit der implementierten Kopierfunktion konnten wiederkehrende Bildelemente detailliert vervielfältigt werden. Die vektororientierte Grafik hat den Vorteil, dass selbst bei der Vergrößerung von Objekten die Auflösung konstant bleibt. Gleichzeitig werden Vektorgrafiken wesentlich schneller aufgebaut als pixelorientierte Darstellungen. Mit der internen Dateiverwaltung können selbst erstellte Grafikobjekte wie z.B. Schaltelemente und Anzeigeeinrichtungen für zukünftige Projekte in eigenen Bibliotheken abgelegt werden.
Funktionsorientierte Bedienung
Das grundlegend Neue bei der Maschineneinstellung, so Bartmann, ist neben der Touchoberfläche die stations-, bzw. funktionsorientierte Bedienung. Einzelne Maschinenparameter können unabhängig voneinander geändert werden. Vom Vorschub über die Ziehtiefe der Blister bis zur Einstellung der Folienbreite sind alle Werte separat veränderbar. Bei der Vorgängerversion war die funktionsorientierte Parametrierung noch nicht möglich.
Der Vorteil der neuen Generation liegt klar auf der Hand: Die Parameter sind wesentlich gezielter einzugeben, was den Einfahrprozess bei einem Formatwechsel zeitlich reduziert. Die Serienproduktion kann schneller beginnen, ein wichtiger Wettbewerbsvorteil in der Pharmaproduktion.
Das bestehende Steuerungskonzept wurde komplett beibehalten. Die Steuerungen der Blistermaschine und des Kartonierers, ELAU Max4 sowie B&R 2005 werden beide über Modbus-Mas-ter/Slave seriell angesprochen. Da der SPS-Treiber im Programmierpaket von Pro-face neben 150 weiteren enthalten ist, gab es hier keinerlei Zusatzkosten.
Partner für weltweite Aktivitäten
Durch die weltweiten Vertriebsaktivitäten war es Uhlmann wichtig, mit Pro-face einen Partner zu haben, der ebenfalls in der ganzen Welt über Niederlassungen und Vertretungen verfügt, so dass auch im Servicefall schnelle Hilfe vor Ort gewährleistet ist. Letztendlich ist mit der Blistermaschine B1260 in Verbindung mit dem Kartonierer C2155 der flexiblen Fertigung kleiner und mittlerer Blisterchargen Rechnung getragen worden.
Weitere Informationen eA 534
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