Die Techniker haben jederzeit Zugriff auf die komplette elektrotechnische Dokumentation

Softwarelösung zum Abheben

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Auf dem Flughafen Wien-Schwechat brodelt es. Nicht nur, weil dort über 3200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Tag im Schnitt mehr als 40 000 Fluggäste abfertigen oder weil außerdem im Jahr fast 210 000 Tonnen Fracht befördert werden. Mehr als 720 Millionen Euro investiert der Flughafenbetreiber in die Modernisierung und den Umbau mit dem Ziel einer Verdoppelung der Kapazitäten. Eine planerische und logistische Meisterleistung, denn der laufende Betrieb darf nicht beeinträchtigt werden, wobei auch die zuverlässige Planung und Dokumentation elektrotechnischer Anlagen eine bedeutende Rolle spielt.

In Schwechat brodelt es also auch auf zahlreichen Baustellen. Neu entstehen Tower, Air-Cargo-Center, Gepäcksortieranlage, Skylink, Office-Park, ein Infrastruktur-Gebäude mit neuer Kälteanlage, das VIP- und General Aviation Center. Zigtausende von Quadratmetern an Büro, Service- und Nutzflächen wachsen hier zur Zeit aus dem Boden. Die Erweiterung des Vorfeldes ist fast fertig, die des Bahnhofs für Fernzüge soll 2008 abgeschlossen sein. Mehr als 720 Millionen Euro investiert der Flughafen in diese Umbauten. Bis 2008 sollen bereits 25 Mio. Passagiere im Jahr die Ost-West-Drehscheibe nutzen; das wären mehr als 68 000 Gäste pro Tag. Über lange Sicht plant die Flughafen Wien AG eine Verdoppelung der Kapazitäten. Eine planerische und logistische Meisterleistung, denn der laufende Betrieb darf nicht beeinträchtigt werden.

Sicherheit geht vor
Nicht auszudenken, fiele plötzlich die Pistenbefeuerung aus, welch ein Desaster, machte die Gepäcksortieranlage nicht mehr mit oder streikte die Steuerung zur Betankung der Jets. Michael Stiedl und seine Kollegen arbeiten deshalb seit 15 Jahren in Schwechat daran, dass so etwas nicht passiert. Die Siemens Industrial Solutions & Services (I & S), ihr Arbeitgeber, hat dort viele für einen Flughafen „lebenswichtige“ Installationen vorgenommen und betreut sie seitdem: Steuersysteme für die Betankung, Pistenbefeuerungssysteme, Vorfeldbeleuchtung, die Gepäckzentrale mit ihren zahlreichen Förderanlagen, Flugzeug-Andocksysteme und auch die Gebäudebeleuchtung.
„Es macht Spaß, hier zu arbeiten“, meint Stiedl, „obwohl der Druck, dass alles funktioniert, sehr groß ist.“ Um Qualität und Sicherheit zu gewährleisten, baut Siemens auf den Hannoverschen Software-Entwickler Aucotec. Mit dessen Softwareprodukt Elcad bleibt die übersichtliche, zuverlässige Planung und Dokumentation elektrotechnischer Anlagen über Jahre hinweg aktuell und sicher. „Elcad ist seit 2002 auf dem Flughafen im Einsatz“, erläutert Heinz Rechberger, Geschäftsstellenleiter der Österreich-Niederlassung von Aucotec. „In der Konstellation Flughafen, Siemens und Aucotec gibt es viele gemeinsame Planungstätigkeiten.“
Vom Regelwerk zur vorgeschriebenen Software
Jede Änderung, Erweiterung oder Reparatur muss in die Pläne eingearbeitet werden. Deshalb wurde am Anfang der Zusammenarbeit für die Zulieferer ein richtiges Regelwerk entwickelt. „Wir haben mit Siemens ausgearbeitet, wie etwa die Software eines Lieferanten konfiguriert werden muss, wie eine Dokumentation auszusehen hat oder in welcher Form die Datenhaltung erledigt werden muss,“ erklärt Rechberger, der sich noch gut an den enormen Aufwand erinnert, den die Techniker beider Unternehmen in das Regelwerk investiert haben.
Auch bei den aktuellen Neu- und Umbaumaßnahmen in Schwechat ist das Team Aucotec/Siemens wieder am Start. Heute allerdings schreibt der Flughafen den Zulieferern vor, mit Elcad zu projektieren, um in Sachen Qualität ganz auf Nummer Sicher zu gehen. Flughafen-Mitarbeiter erhalten mit Hilfe des Elcad-Viewers nur Einblick in die Planung und können auch per Redlining-Funktion Änderungswünsche markieren, die Gesamtverantwortung allerdings liegt bei Siemens.
Gute Verbindung
Bei Aucotec hat man sich für die enge Zusammenarbeit mit Siemens noch einige Erleichterungen ausgedacht. So bietet die CAD-Software Elcad inzwischen eine Schnittstelle zu HWKonfig im Simatic-System, das unter anderem für die Programmierung der Simatic-Steuerungen genutzt wird. Zahlreiche dieser SPSen sorgen zum Beispiel dafür, dass stündlich bis zu 5000 Gepäckstücke abgefertigt werden können oder dass die Pistenbefeuerung die Piloten auf den rechten Weg bringt. Die Schnittstelle im Elcad-Programm nennt sich Hardware-Configuration-Link (HCL); sie funktioniert bidirektional, sodass der Programmierer einer SPS nicht mehr warten muss, bis der Hardware-Planer diese SPS in seinen Plan eingebaut hat. Außerdem bietet Elcad mit seinem Zusatzmodul Studio die Möglichkeit, einen Plan nicht nur grafisch Stück für Stück aufzubauen, sondern auch über vorhandene und immer wieder verwendbare Tabellenstrukturen. Diese Arbeitsweise überzeugte Siemens sofort, dass Elcad-Studio mit dem HC-Link für dieses Großprojekt das ideale Werkzeug ist.
Bewegliches System
„Früher wurden sämtliche Um- und Ausbaupläne manuell erledigt und dann in den Computer übertragen“, sagt Rechberger. Elcad mit den zugehörigen Modulen und Verbesserungen hat das Planen um ein Vielfaches vereinfacht und verkürzt. Außerdem fallen dadurch jede Menge Fehlerquellen, wie sie früher allein durch die Übertragung entstanden, einfach weg. „Die Software muss gewisse Schritte links und rechts zulassen“, ergänzt Rechberger. So gibt es zwar international gültige Normen für den Anlagenbau, aber bei gewachsenen Anlagen existieren auch Strukturen, die bei weitem älter sind. „Das System muss daher so beweglich sein, dass Neuerungen ohne Probleme eingebaut werden können“, erläutert der Aucotec-Manager.
Verfügbarkeit hat oberste Priorität
Am Flughafen Wien haben die Techniker über ihre Laptops jederzeit Zugriff auf die komplette Dokumentation. „Das hilft zum Beispiel bei der Suche nach Kabeln oder I/Os enorm“, weiß Siemens-Techniker Stiedl aus der Praxis. Eine große Hürde vor der Inves- tition in eine solch hoch qualifizierte Software ergibt sich zunächst oft, wenn die Kaufleute zu Beginn von derartig umfangreichen Dokumentationen, wie sie in Schwechat notwendig sind, den Kosten-Nutzen-Effekt nicht überblicken können. „Aber für den Betreiber muss die Anlagenverfügbarkeit oberste Priorität haben“, meint Michael Stiedl weiter, „Stellen Sie sich vor, wir finden einen Fehler bei der Unterflurbetankung nicht – bei bis zu 4000 l Treibstoff pro Minute wäre das eine Katastrophe.“
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PRAXIS PLUS
Elcad von Aucotec ist ein Engineeringsystem für Elektrotechnik und Mechatronik im Maschinen- und Anlagenbau. Die Software stellt den Anwendern verschiedener Branchen eine Komplettlösung für Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung elektrischer Anlagen zur Verfügung. Sie zeichnet sich durch Flexibilität bei der Anpassung an spezielle Kennzeichnungsvorschriften, Engineeringabläufe und Dokumentationsvorschriften aus. Elcad ist international verfügbar und wird in unterschiedlichen Normenbereichen und Sprachversionen eingesetzt. Das Tool unterstützt aktuelle Trends und Technologien wie Objektorientierung, datenbankgestütztes Engineering und modulare Konstruktion.

Elcad von Aucotec ist ein Engineeringsystem für Elektrotechnik und Mechatronik im Maschinen- und Anlagenbau. Die Software stellt den Anwendern verschiedener Branchen eine Komplettlösung für Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung elektrischer Anlagen zur Verfügung. Sie zeichnet sich durch Flexibilität bei der Anpassung an spezielle Kennzeichnungsvorschriften, Engineeringabläufe und Dokumentationsvorschriften aus.
Am Flughafen Wien konnten im ersten Halbjahr 2005 gute Zuwachsraten in allen Verkehrssegmenten verzeichnet werden. Mit einem um 7,3 % gestiegenen Passagieraufkommen liegt Schwechat über dem europäischen Durchschnitt, der laut Airport Council International (ACI) bei plus 5,5 % liegt.

eA INFO-TIPP
Am Flughafen Wien konnten im ersten Halbjahr 2005 gute Zuwachsraten in allen Verkehrssegmenten verzeichnet werden. Mit einem um 7,3 % gestiegenen Passagieraufkommen liegt Schwechat über dem europäischen Durchschnitt, der laut Airport Council International (ACI) bei plus 5,5 % liegt. Alle Informationen über den Airport bietet die Seite:
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