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Deutliche Chancen als Mitgestalter von Industrie 4.0

Lenze-Gruppe setzt stabile Umsatz- und Profitabilitätsentwicklung fort
Deutliche Chancen als Mitgestalter von Industrie 4.0

Christian Wendler rechnet im kommenden Geschäftsjahr mit einem Umsatzwachstum, das leicht über dem des aktuellen Jahres liegen wird Bild: Lenze
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Die Lenze-Gruppe hat sich 2015 auf hohem Niveau stabil weiterentwickelt. Trotz insgesamt schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und fehlender Impulse aus dem gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Umfeld konnte der Rekordumsatz des Vorjahres im Geschäftsjahr 2015/2016 (1. Mai 2015 bis 30. April 2016) nochmals auf 646,4 Mio. Euro (Vorjahr: 634,1 Mio. Euro) gesteigert werden. Dies entspricht einem Wachstum von rund 2 %. Gleichzeitig ist es gelungen, die Profitabilität zu steigern: Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg leicht auf 48,5 Mio. Euro, nach 46,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die EBIT-Rendite erhöhte sich damit auf 7,5 %. Das Ergebnis nach Steuern wuchs um 2 Mio. Euro auf 31,4 Mio. Euro. Das globale Wirtschaftswachstum hat sich von real 3,4 % im Vorjahreszeitraum verlangsamt auf nur noch 3,1 %. Im Euro-Raum, dem für die Lenze-Gruppe weiterhin wichtigsten Zielmarkt, konnte sich die Wirtschaft im Laufe des Jahres 2015 jedoch weiter erholen. Hier stieg das Bruttoinlandsprodukt nach IWF und Eurostat um real 1,7 %, nach 0,9 % im Vorjahr. Die deutsche Konjunktur verzeichnete im Jahr 2015 eine Belebung und wuchs real ebenfalls um 1,7 %.

Für den internationalen Maschinen- und Anlagenbau blieb das Jahr 2015 weltweit insgesamt ohne Wachstum. Entsprechend den Erwartungen des VDMA vom Jahresbeginn 2015 stagnierte die globale Umsatzentwicklung der Branche insgesamt. Im Gegensatz dazu entwickelte sich das Geschäft in drei Fokusindustrien der Lenze-Gruppe – Intralogistik, Consumer Goods sowie Textile – weltweit gut. Die Automotive-Industrie war dagegen deutlich geprägt von portfoliobedingten Investitionszyklen sowie Projektverschiebungen der Automobilhersteller.
Für das Jahr 2016 rechnen die VDMA-Volkswirte mit einem Nullwachstum in der weltweiten Produktion von Maschinen. Für die europäischen Hersteller bleiben die Perspektiven verhalten, da auch niedrige Zinsen und die Abwertung des Euro keine neuen Wachstumsimpulse setzen. Die mit dem britischen Votum zum EU-Ausstieg verknüpften Unsicherheiten werden die Investitionstätigkeit in vielen Ländern, insbesondere in Europa und speziell in Deutschland, weiter belasten. In den USA dämpfen der hohe Dollarkurs und niedrige Ölpreise die Investitionsbereitschaft ebenfalls. Auch die aktuellen Entwicklungen in der Türkei wie auch die Situation in den meisten Entwicklungs- und Schwellenländern deuten auf schwierige konjunkturelle Verhältnisse. In China zeichnet sich nach dem Einbruch der Maschinenbaunachfrage im Vorjahr für 2016 eine Seitwärtsbewegung ab. Erst mittelfristig ergeben sich mit dem neuen Fünfjahresplan der Regierung deutliche Wachstumsimpulse, unter anderem in den Branchen Robotik und im High-Tech-Maschinen- und Anlagenbau. Bezogen auf ihre Fokusindustrien und -märkte erwartet die Lenze-Gruppe 2016 ein weltweites Wachstum im einstelligen Prozentbereich.
„Es ist unsere solide Vermögenslage, gepaart mit unserer langfristig orientierten Strategie und Personalpolitik, die uns überhaupt erst in die Lage versetzt, in unseren Fokusindustrien nachhaltig erfolgreich zu sein“, erläutert Christian Wendler, Vorstandsvorsitzender der Lenze-Gruppe. Die finanzielle Stabilität spiegelt sich in der Konzernbilanz wider, deren Bilanzsumme im Jahresverlauf und zum Bilanzstichtag 30. April 2016 wie im Vorjahr bei 450 Mio. Euro lag. Mit einem Eigenkapital von 287 Mio. Euro (Vorjahr 280 Mio. Euro) wuchs die Eigenkapitalquote der Lenze-Gruppe auf 64 % an. Auch die Entwicklung der Kapitalflüsse ist sehr solide. Im Geschäftsjahr 2015/2016 konnte ein gegenüber dem Vorjahr nochmals um rund 9 % gesteigerter Brutto-Cashflow vor Steuern von 47,9 Mio. Euro (Vorjahr 43,9 Mio. Euro) erwirtschaftet werden. Die hohe Finanzkraft sichert weiterhin die eigenständige finanzielle Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.
Die Lenze-Gruppe ist mit ihrem Produkt- und Leistungsangebot und ihrer weltweiten Präsenz gut positioniert, um die erwarteten Megatrends der Zukunft als Chancen zu nutzen. Die Ausrichtung der Lenze-Gruppe auf attraktive Fokusindustrien ist ein wesentlicher Treiber des stabilen Unternehmenswachstums und Basis für die starke Marktposition. Das damit verbundene spezifische Know-how ermöglicht es, gemeinsam mit den Kunden deren wachsende Herausforderungen durch Innovationen und spezifische Anwendungslösungen für die Automatisierung von Maschinen zu bewältigen. So gelingt eine langfristige und systematisch weitergehende Marktdurchdringung. Die Fokusindustrien der Lenze-Gruppe werden auch in Zukunft weiter wachsen.
Das Thema Industrie 4.0 bündelt diverse technologische Entwicklungen, auf die Lenze schon seit vielen Jahren besonderes Augenmerk legt. Für die Kernkunden von Lenze im innovativen Maschinenbau stellen die Anforderungen von Industrie 4.0 einen besonderen Komplexitätsgrad dar. Die Innovationsschritte für moderne Maschinen erfolgen zunehmend beschleunigt und parallel. Für diese Komplexität hat die Lenze-Gruppe das passende Leistungsangebot: Assistenzsysteme für schnelle Inbetriebnahme und intuitive Maschinenbedienung, Automatisierungskonzepte, die die Modularisierung von Maschinen unterstützen und dem Maschinenbauer größtmögliche Flexibilität und Geschwindigkeit bei der Entwicklung geben.
Konkret hat die Lenze-Gruppe im Berichtsjahr ihr Portfolio für die industrielle Automation auf verschiedenen Ebenen weiter gestärkt: beginnend bei universell einsetzbaren Produkten (Inverter-reihe i500 oder Getriebereihe g500) über ganze Produktlösungen im Bereich smarter Antriebe (Lenze Smart Motor) bis hin zu universell strukturierten Baukästen für komplette, integrierte Antriebslösungen für Start-Stop-Anwendungen, Out-of-the-Box für ausgesuchte Anwendungsfälle (Lenze Smart Products).
Mit der Smart Energy Recovery Unit r700 hat Lenze auf der Hannover Messe 2016 einen technologisch wie wirtschaftlich attraktiven Beitrag zur Energieeffizienz vorgestellt. Die Rückspeiseeinheit ist skalierbar und kann auf einfachste Weise, auch nachträglich, in bestehende Installationen integriert werden. Das eröffnet dem Betreiber von Maschinen völlig neue Perspektiven und macht den Einsatz nunmehr auch in vielen bisher nicht geeigneten Anwendungen sinnvoll.
Mit der Application Softwaretoolbox FAST werden häufig benötigte Maschinenfunktionen als standardisierte Technologiemodule zur Verfügung gestellt: Die verschiedenen Funktionen eines Maschinenmoduls müssen nicht mehr programmiert werden, sondern werden durch Anpassung der Parameter erledigt. Die modulare Software-Bibliothek wurde um einen Roboterkern ergänzt, mit dem jetzt auch Bewegungen anspruchsvoller Kinematiken wie Portal-, Knickarm-, Delta- oder Scara-Roboter durch den Maschinenbauer einfach projektiert werden können. Das neue Engineering-Tool EASY Product Finder schafft darüber hinaus einen einfachen, digitalen Zugang in den Lenze-Lösungsraum.
Die Bereitstellung, Analyse sowie der effiziente Umgang mit großen Datenmengen ist eine Kernherausforderung moderner Produktion. Mit der Software-Entwicklungsgesellschaft encoway verfügt die Lenze-Gruppe über ein erfolgreiches Unternehmen, welches auf Big Data Management spezialisiert ist. encoway entwickelt Softwarelösungen für cleveres Variantenmanagement sowie moderne E-Commerce-Lösungen und ist seit Jahren im Markt etabliert. Diese Kompetenz soll künftig noch stärker im Kerngeschäft genutzt werden.
Schlüsselvoraussetzungen für den Erfolg von Industrie 4.0 und der Smart Factory sind sichere Datenverbindungen zwischen Produktionsstätte bzw. Maschine und Cloud sowie der anschließende Schutz der Daten gegen Missbrauch. Lenzes hoch anspruchsvolle Security-Lösungen, die gemeinsam mit Partnern entwickelt wurden, stellen genau dies sicher. Sie ermöglichen zudem die Daten-analyse mit anschließender Aufbereitung der Informationen, z. B. für Predictive Maintenance. Annähernd die Hälfte der erzeugten elektrischen Energie wird heute von der Industrie verbraucht, weit überwiegend für elektrische Antriebe. Intelligente Antriebs- und Automatisierungstechnik nutzt die Energie wesentlich effizienter, womit die Umweltbelastungen reduziert werden.
Für das Geschäftsjahr 2016/2017 erwartet die Lenze-Gruppe angesichts der zahlreichen konjunkturellen Belastungen keine breite Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds. Die wirtschaftlichen und politischen Veränderungen in den regionalen Absatzmärkten werden sehr aufmerksam beobachtet, um zeitnah Maßnahmen zur Abwendung von Risiken oder zur Nutzung von Chancen einzuleiten. In den Fokusindustrien der Lenze-Gruppe wird sich die positive Entwicklung jedoch fortsetzen. Mit ihrer Kundennähe, ihrem hohen Innovationsgrad und den zukunftsweisenden Produkten und Dienst-leistungen sowie der guten finanziellen Basis ist das Unternehmen gut gerüstet, um die positive Unternehmensentwicklung der vergangenen Jahre fortzusetzen. Insbesondere die Impulse, die sich aus dem Themenumfeld Industrie 4.0 ergeben, möchte das Unternehmen für sich nutzen und sieht sich dafür als Technologiepartner seiner Kunden sehr gut aufgestellt.
„Als unabhängiges Unternehmen verstärken wir uns in den wichtigsten Märkten des Maschinenbaus und bauen unsere globale Präsenz weiter gezielt aus. Im laufenden Geschäftsjahr 2016/2017 legen wir den Fokus weiterhin auf gezielte Investitionen in unser Kunden-Front-End und das Dienstleistungsangebot. Insofern bleiben wir auch angesichts zahlreicher externer Unsicherheiten auf unserem stabilen Kurs“, so Christian Wendler. Zusammenfassend rechnet der Vorstand auf der Basis heute verfügbarer Informationen für die Lenze-Gruppe im laufenden Geschäftsjahr 2016/17 mit einem Umsatzwachstum, das leicht über dem des Vorjahres liegen wird. ge
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