Projektierungssoftware für B&B-Terminals spart Zeit und Kosten

Der zweite Blick fürs Wesentliche

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Die Prozessvisualisierung gewinnt in der Industrieautomation weiter an Bedeutung. Die Hardware zum Bedienen & Beobachten von Maschinen und Anlagen trägt ihren Teil dazu bei, wird aber aus dem Blickwinkel eines geforderten Funktionsumfangs immer ähnlicher. Das bedeutet, dass ein Anbieter von B&B-Hardware heute ein Minimum an Schnittstellen sowie nötiger Prozessorperformance bieten muss, da er ansonsten bei einem Projektentscheider gar nicht in die engere Wahl kommt. Wenn diese Kriterien erfüllt sind, kommt ein weiterer Faktor zum Tragen.

Dirk Hartmann, Marketingleiter bei der Pro-face GmbH in Solingen

Neben den Kosten, die eine Automatisierungssoftware für Projektierungs- und Runtime-Lizenzen verursacht, ist gerade der Kostenaufwand für die eigentliche Applikationserstellung ein wesentlicher Punkt, bei dem häufig hohes Einsparungspotenzial vorhanden ist. Projektierungstools, mit denen Bedienoberflächen für grafische Operator-Panels entwickelt werden, haben gelegentlich die Eigenart, dass sie einerseits leicht zu erlernen sind, weil der Funktionsumfang gering ist. Andererseits stößt der Anwender jedoch recht schnell an die Grenzen des Systems und bedauert dann, im Vorfeld keine genauere Analyse der benötigten Funktionen durchgeführt zu haben.
Eine Software für alle Terminals
Das Projektierungspaket GP-PRO/PBIII V6.0 von Pro-face wurde zur Applikationsentwicklung für die Touchterminals der GP- und GLC-Reihe konzipiert und kombiniert eine einfache Handhabung mit einem mächtigen Funktionsumfang. Sämtliche Geräte von 5,7 Zoll (14,5 cm) bis zu 12,1 Zoll (30,7 cm) werden mit demselben Werkzeug projektiert.
GP-PRO steht für Grafik-Panel-PROjektierungssoftware. PB bedeutet Parts-Box; in diesem Zusammenhang ist eine „große Kiste“ mit Objekten gemeint, aus der der Anwender die gewünschten Elemente herausnehmen und auf dem aktiven Desktop des PCs platziert. Die Pro-face-Software ist im Gegensatz zu anderen Projektierungstools kein Programm, für das ein 50-seitiges Bedienerhandbuch ausreicht. Es bietet vielmehr die Möglichkeit, als Neueinsteiger schnell zu einem brauchbaren Ergebnis zu kommen. Und selbst der erfahrene Anwender merkt nach mehreren Projekten, dass es auch für komplexe Problemstellungen einen Lösungsweg gibt.
Die Software beinhaltet viele so genannte Zeitsparfaktoren, von denen sich manche erst auf den zweiten Blick manifestieren. Als erstes ist die Struktur der Desktop-Oberfläche und der Untermenüs zu erwähnen. Übersichtlich angeordnet sind die Elemente der Parts-Box auf der linken Seite des Desktops. Komplexere Funktionen wie Trenddarstellungen oder Alarmmeldelisten werden einfach dargestellt. Der Anwender bekommt nur das angezeigt, was er gerade benötigt. Fenster, die bei der Eingabe verwirren, werden vermieden. Wird in einem Trendverlauf von Prozessvariablen ein Grenzwert benötigt, wird diese Funktion erst aktiviert, wenn das entsprechende Feld angeklickt wurde. Die Platzierungsoberfläche, das so genannte Drawing-Board, stellt exakt dieselbe Fläche dar, wie sie später beim eingestellten Gerätetyp zur Verfügung steht. Mit der individuell einstellbaren Fangfunktion des Grafikgitters ist eine pixelgenaue Positionierung aller Grafikobjekte gewährleistet.
Umfangreiche Bibliothek inbegriffen
Eine umfangreiche Objektbibliothek mit mehr als 1800 vordefinierten Symbolen bildet die Basis bei der Oberflächenerstellung. Darüber hinaus können Elemente beliebig erstellt und in eigenen Projektbibliotheken für zukünftige Anwendungen abgelegt werden. Inhaltlich aufgeteilt nach Wort- und Bitschaltern, Funktionsschalter wie z.B. für Bildschirmwechsel, Leuchtensymbole und Variablenanzeigen in unterschiedlicher Form, kann nahezu jede gewünschte Bedienerumgebung per einfachem Mausklick erstellt werden. Die entsprechenden SPS-Adressen werden vor der Platzierung direkt am Objekt eingestellt. Diese Art der Parametrierung zieht sich durch die komplette Applikationserstellung. Sämtliche Parameter wie Variab-lenname- und -typ, Grenzwert, Farbe und Blinkeigenschaften sowie die Beschriftung stehen auch nach der Objektplatzierung an gleicher Stelle zur Verfügung.
Durch die bereits zu Beginn definierte Steuerung wird dem Anwender genau der Datenbereich angeboten, den er von der SPS-Programmierung bereits kennt. Bei einigen Steuerungsherstellern sind das Daten- und Merkerwörter, bei anderen werden X- und Y-Register verwendet. Außerdem wird auch die symbolische Adressierung unterstützt. Bei der Programmierung von Siemens-SPS-Systemen kann eine SDF-Datei angelegt werden. Dabei handelt es sich um eine Adresszuordnungsliste, die direkt in GP-PRO/PBIII übernommen werden kann. Im Lieferumfang der Software sind darüber hinaus alle gängigen SPS-Protokolle enthalten. Damit sind keinerlei versteckte Zusatzkosten für Treiberlizenzen o.Ä. zu erwarten.
Neben den reinen Bedienelementen machen reale Prozessabbilder eine Anlagenbedienung komfortabel und eindeutig. Hierzu wird die Einbindung von JPG-, BMP- und DXF-Dateien unterstützt. Gespeichert werden die Grafiken entweder direkt im Flash-EPROM des Touchpanels oder in der steckbaren CF-Karte (Compact-Flash). Beim Import der Bilder wird definiert, ob die Grafiken mit 64- oder 256 Farben konvertiert werden sollen.
Universeller Datenimport
Ein weiterer Zeitsparfaktor ist die Nutzung von CSV-Dateien (Comma Separated Value), ein standardisiertes Textformat, das u.a. von MS-Excel verwendet wird. Mit Hilfe dieses Dateiformats sind umfangreiche Listen mit Maschinenmeldungen leicht editierbar. Da sich Störmeldungen häufig nur durch Indexierungen unterscheiden (Störung Band 14/15/16), ist so eine Liste mittels „Kopieren und Einfügen“ schnell erstellt. Mit der Importfunktion werden die fertigen Listen anschließend in die Applikation aufgenommen.
Die Darstellung von Störmeldungen auf dem Touchdisplay ist auf unterschiedliche Weise möglich. Bei der so genannten Log-Liste wird jede Änderung einer Meldung (Zeit Störung aufgetreten/ Zeit Störung quittiert) in einer einzelnen Zeile angezeigt. Bei der Aktiv-Liste sind nur die momentan anstehenden Störungen präsent. Und bei der historischen Alarmliste werden einzelne Parameter wie Meldung aufgetreten, quittiert und beseitigt in einer Zeile dargestellt. Durch eine zusätzliche Blockzuweisung wird den jeweiligen Störungen eine Priorität gegeben. Damit ist eine strukturierte Darstellung möglich, denn nicht alle Meldungen haben einen Maschinenstillstand zur Folge und benötigen daher geringere Beachtung. Alle Meldungen können im CSV-Format entweder im geräteinternen Speicher oder auf der CF-Karte abgelegt werden. Mit der Version 6.1 wird ein so genannter CSV-Viewer mitgeliefert, der abgespeicherte Meldungen direkt am Panel wieder anzeigt.
Der nächste Zeitsparfaktor ergibt sich bei der Verwendung von mehrsprachigen Meldelisten. Die Übersetzung kann mittels Excel im CSV-Format in die Applikation importiert werden. Dabei können bis zu 16 Online-Sprachen pro Projekt verwaltet werden.
Bei der internen Programmiersprache D-Script handelt es sich um hochsprachen ähnliche Programmieranweisungen im if/then/else-Format. Mit Hilfe von D-Script lassen sich umfangreiche Variablenverknüpfungen sowie das Verschieben und Kopieren von Speicherbereichen umsetzen.
Test und Dokumentation
Ist ein Projekt endlich so weit realisiert, dass es auf das Touchpanel der GP-Serie herunter geladen wird, beginnt die Variablenprüfung. Dazu dient die globale Cross-Reference-Liste. Das Analysetool zur Fehlerprüfung bei Variablen ist bereits während der Applikationserstellung aktiv. In der Querverweisliste sieht man auf einen Blick, welche Adressen bereits vergeben sind und mit welchen Screens eine Verbindung besteht. Mit der Projektsimulation wird anschließend, ohne dass eine SPS angeschlossen ist, die Applikation nach falsch gesetzten Variablen untersucht. Der Anwender kann auf dem PC-Bildschirm einen Wert einer Adresse zuordnen und über das angeschlossene Kabel am Touchpanel die Veränderung der Prozess-variablen erkennen. Anders herum ist es möglich, am Touchscreen einen Button zu betätigen und die entsprechende Auslösung am PC zu sehen. Somit ist die erste Prüfung der SPS-Adressen bereits am Schreib-tisch erledigt.
Nachdem das Projekt fertig gestellt ist und die Anlage zur Zufriedenheit im Testbetrieb läuft, tritt die Maschinendokumentation in den Vordergrund. GP-PRO/PBIII enthält leistungsfähige Dokumentationsfunktionen, mit dem sämtliche Informationen aus dem Projekt übersichtlich dargestellt werden können. Individuell skalierbar, von wenig bis viel, sind sämtliche Listen wie Screenshots, Fehlermeldungen, Sprachtabellen sowie Querverweise auswählbar. Das generierte RTF-Format ist mittels Textverarbeitung editierbar und für die Erstellung der Maschinendokumentation ideal geeignet. Ein besonders Highlight ist die Snapshot-Funktion einer Online-Grafik. Während des laufenden Betriebs kann ein Bild per Touch als JPG-Datei auf der CF-Karte abgespeichert werden. Damit werden sogar reale Maschinezustände in die Dokumentation aufgenommen.
Ein zweiter Blick lohnt
Bei Projektierungsumgebungen dieser Art lohnt es sich genau hinzuschauen, welche Funktionen mit welchem Aufwand realisiert werden können. Nicht immer ist die altbekannte Version mit dem „schon immer eingesetzten“ Bedienterminal der beste Weg. Gelegentlich macht es Sinn, einen zweiten Blick zu investieren, um sich zu vergewissern, dass man die optimale Kosten-Nutzen-Lösung erhält. Auch wenn der Zeitaufwand anfänglich größer erscheint, ergeben sich schnell Gelegenheiten, kostbare Ingenieurzeit einzusparen.
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