Sammelschienensystem für die einfache, schnelle Anlagenabnahme (Hannover Messe: 11-D06)

cULus-listing hilft in Nordamerika

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Die Approbation von Stromverteilungskomponenten wird für international tätige Schaltanlagenbauer immer wichtiger. Mit der cULus-listed-Approbation der 60-mm-Sammelschienen von Rittal ergeben sich für den UL- sowie CSA-Markt signifikante Vorteile, denn komplexe, zeitaufwändige Engineering-, Prüf- und Abnahmeprozesse werden auf ein Minimum reduziert.

Der nordamerikanische Markt ist einer der wichtigsten Exportmärkte für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Um hier bestehen zu können, sind für ein Unternehmen u.a. Kenntnisse darüber notwendig, welche technischen Voraussetzungen an die Zulassung von Maschinen und Anlagen gestellt werden. In Zusammenhang mit der elektrischen Sicherheit werden in den USA die Anforderungen durch die Organisation Underwriters Laboratories (UL) maßgeblich definiert. Sämtliche in elektrischen Anlagen verbauten Komponenten müssen diesen Anforderungen entsprechen und von UL zugelassen sein. Bei der Zulassung wird zwischen einer UL-recognized- und der als hochwertiger angesehenen UL-listed-Approbation unterschieden. Setzt ein Maschinenbauer Komponenten ein, die als UL-listed approbiert sind, kann er bei der technischen Abnahme und späteren Inbetriebnahme einer elektrischen Anlage viel Zeit und Kosten sparen.

Abnahmen in den USA
In den USA wird jede elektrische Einrichtung oder Anlage vor der Inbetriebnahme vor Ort durch einen sogenannten AHJ (Authority Having Jurisdiction) abgenommen. Ohne diese Abnahme können dem Betreiber gegebenenfalls höhere Versicherungskosten auferlegt oder der Netzanschluss verweigert werden. Basis für alle AHJs ist der Standard NFPA 70. Dieser Standard stellt gleichzeitig eine wichtige Grundlage für die Normen UL 508 und UL 508A dar, die für den industriellen Steuerungsbau gelten (Industrial Control Components bzw. Industrial Control Panels). Beide Standards beschreiben Steuerungen für allgemeine industrielle Anwendungen mit einer Bemessungsspannung bis 600 V bei einer Umgebungstemperatur bis 40 °C. Entsprechen die verwendeten Komponenten in einer Schaltanlage den genannten UL-Normen, ist dies für den AHJ ein Hinweis, dass das System den Sicherheitsanforderungen gemäß NFPA 70 entspricht. Dadurch kann bei der Inbetriebnahme wertvolle Zeit eingespart werden, was sich auch in geringeren Kosten niederschlägt.
„UL listed“ oder „UL recognized“
Für den Schaltanlagenbauer ist es jedoch wichtig zu wissen, dass es zwei verschiedene Arten von Approbationen durch die UL gibt: Grundsätzlich wird bei den UL-approbierten Produkten zwischen Komponenten und Geräten unterschieden. Die in der „gelben Komponentendatenbank“ der UL aufgeführten „Recognized Components“ sind Produkte, die in ihrer Anwendung spezielle zusätzliche Kenntnisse erfordern. Das bedeutet, dass die korrekte Verwendung dieser Komponenten nur entsprechend der zugelassenen Rahmenbedingungen und Anwendungsparameter erfolgen darf (Conditions of Acceptability bzw. COA). Diese COA müssen während der Abnahme einer Anlage überprüft und dokumentiert werden. „Listed Devices“ dagegen sind Produkte, die eine vollständige Funktion ergeben. Diese sind in der „grünen Komponentendatenbank“ aufgeführt und können gemäß den geprüften Bemessungsgrundlagen ohne Einschränkung eingesetzt werden.
Höchster Zulassungsstatus für die USA und Kanada
Für sein 60-mm-Sammelschienensystem Ri- line60 hat Rittal nun eine „cULus-listed“-Approbation erhalten, den höchsten Zulassungsstatus für die USA und Kanada. Da mit dieser Approbation eine vereinfachte und schnellere Abnahme der Anlagen in den entsprechenden Märkten erfolgen kann, ergeben sich für den Maschinen- und Schaltanlagenbauer – gegenüber vergleichbaren Lösungen – signifikante Zeiteinsparungen sowie erheblich geringere Prüf- und Abnahmekosten. Prüfungen auf Einhaltung der COA aller verwendeten UL-listed Komponenten können komplett entfallen.
Für den Schaltanlagenbauer ist zudem sein eigenes UL-listing als „listed panelbuilder“, das mit teilweise erheblichem Aufwand und natürlich mit entsprechenden Kosten verbunden ist, nicht mehr notwendig, wenn er ausschließlich UL-listed Komponenten verwendet. Für UL-gelistete Schaltanlagenbauer entfallen die für UL-recognized Kompo-nenten üblichen Kosten des File-Eintrags bei UL. Da sich alle Informationen auf der Komponente oder Montageanleitung befinden, entfällt ein zeitaufwändiges Lesen und Organisieren der COA. Damit sind eine schnellere Montage und geringere Monta-gekosten sichergestellt.
Feeder- und Branch-Stromkreise
Für Sammelschienensysteme müssen bei der UL-Approbation einige Besonderheiten beachtet werden. Dabei wird in der UL 508A zwischen Feeder- und Branch-Stromkreisen unterschieden. Mit Feeder wird im Allgemeinen der Teil des Stromkreises bezeichnet, der einspeiseseitig vor dem letzten „over-current protective device“ angeordnet ist. Für diesen Teil des Stromkreises sind beispielsweise größere Kriech- und Luftstrecken vorgeschrieben. Der Branch- bzw. Control-Stromkreis befindet sich hinter dem letzten „over-current protective device“. Bei Sammelschienen ist wichtig, in welchem Bereich sie sich befinden, da die Anforderungen in Bezug auf Kriech- und Luftstrecken im Feeder-Bereich deutlich höher sind.
Beim Sammelschienensystem Riline60 sind in der UL-Version Version nur wenige Änderungen zu beachten. Um die geforderten Abstände für Kriech- und Luftstrecken einzuhalten, werden spezielle UL-Sammelschienenhalter für Flachschienen und Rittal PLS eingesetzt. Außerdem muss auf jeden Fall die Ri- line60-Bodenwanne verwendet werden, um die geforderten Abstände zwischen spannungsführenden Teilen und der geerdeten Montageplatte einzuhalten.
Die UL 508A legt für Sammelschienenquerschnitte einen Strom von 1 kA/Inch2 (1,55 A/mm2) fest. Höhere Werte können durch Prüfung nachgewiesen werden. Das Ri- line60-Sammelschienensystem mit der Abmessung 30 x 10 mm wurde auf einen Bemessungsstrom von 700 A anstatt 465 A geprüft. Die für „factory-wiring“ zugelassenen Klemmen dürfen nur in der Werkstatt des Schaltanlagenbauers durch eingewiesene Fachkräfte verwendet werden. Sollen die Klemmen auch vor Ort in der installierten Anlage verwendet werden, ist eine Zulassung für „field-wiring“ notwendig. Die cULus- gelisteten Komponenten des Riline60- Systems sind zur Anwendung für „field- wiring“ zugelassen. Bei Änderungen, Erweiterungen oder Reparaturen an der Anlage muss keine erneute Überprüfung durch einen UL-Inspektor vor Ort erfolgen.

praxis plus
Das Rittal-Sammelschienensystem Riline60 ist in der UL-Version ideal für die Anforderungen des nordamerikanischen Markts geeignet. Soll eine Schaltanlage in diesen Markt geliefert werden, kann durch Verwendung dieser UL-listed Komponenten Zeit bei der Inbetriebnahme gespart werden, was sich letztendlich auch in den Kosten niederschlägt.

eA-INFO-TIPP
Underwriters Laboratories (UL) wurde 1894 als gemeinnützige Organisation für Prüfungen und Zertifizierungen in Verbindung mit der NFPA 70 (National Fire Protection Association) gegründet. UL betreibt in den USA mehrere Prüflabors und unterhält weltweit Tochtergesellschaften. Hauptziel ist es, Produkte auf ihre Sicherheit zu überprüfen. Informationen über die europäischen Aktivitäten bietet die folgende Website:
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