CAE-System bei der Schokoladenproduktion

CAE im Schlaraffenland

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Wer isst nicht gerne die leckeren Schokoladenquadrate mit dem praktischen Knick-Pack? „Ritter Sport“, die 2,5 Mio. Tafeln Schokolade täglich produzieren, setzen dazu ein hohes Maß an Automatisierungstechnik ein. Deswegen besitzt in der Produktion und Elektrokonstruktion ein CAE-System für die professionelle Elektroplanung einen entscheidenden Stellenwert.

Dipl-Ing. Martin Kandziora, stellvertretender Chefredakteur, elektro Automation

Im Jahre 1912 gründete Alfred Ritter und seine Ehefrau Clara das Unternehmen. In der Folgezeit wurde immer klarer, dass technologischer Fortschritt und damit verbunden ein Höchstmaß an Automatisierungstechnik eine Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg bedeutet. Das Konzept ging auf – in 1999 erwirtschaftete die Alfred Ritter GmbH & Co. KG mit ca. 800 Mitarbeitern in den Werken Waldenbuch und Dettenhausen einen Umsatz von 516 Mio. DM.
Quadratisch, praktisch, gut
Gerade im Lebensmittelbereich sind Flexibilität und somit ein schnelles Reagieren auf wandelnde Anforderungen des Markts von hoher Priorität. War früher die Schokolade „aus einem Guß“ ist der Kunde heute anspruchsvoller – Versionen wie Knusperkeks, die aus verschiedenen Schichten produziert werden und ein Höchstmaß an ausgeklügelter Fertigungstechnik erfordern, sind heute üblich. Maschinen müssen schnell umgerüstet werden – somit ist auch die Elektroprojektierung schnell neu anzupassen.
Vor diesem Hintergrund verfolgt „Ritter Sport“ inzwischen eine konsequente Standardisierungs-Strategie und hat sich im Bereich der CAE-Projektierung für Eplan entschieden. Auch die eingesetzten Prozessanlagen und -maschinen von Fremdzulieferern müssen auf diesem Unternehmensstandard beruhen. „Für uns ist es wichtig, dass unsere Maschinenlieferanten die elektrotechnischen Schaltpläne und Dokumentationen auf Eplan erstellen“, erklärt Claus Labenski, elektrotechnischer Projekteur bei der Alfred Ritter GmbH & Co. KG, Waldenbuch.
„Wir arbeiten eng mit den Maschinenbauern in der Konstruktion zusammen und geben unsere Symboldateien direkt an die Zulieferer weiter. Eplan stellt hierfür die Funktionalitäten für die Erstellung firmenspezifischer Standards zur Verfügung und erfüllt damit eine der wesentlichen Anforderungen von „Ritter Sport“. Wir beschreiben also zum einen die Darstellung in den Schaltplänen und geben gleichzeitig z.B. die zu verwendenden Schütze oder Steuerungen vor. So reduzieren wir auch die Lagerkosten für Ersatzteile und erhalten eine standardisierte Dokumentation“, erklärt C. Labenski.
Neben der angestrebten Planungsbeschleunigung und Verfügbarkeitsoptimierung ergeben sich dadurch auch kürzere Umrüst- und Störzeiten. Als wesentlicher Schlüssel für die reibungslose und gesicherte Produktion gilt für „Ritter Sport“ dabei eine saubere und aktuelle Schaltplandokumentation.
Stillstandszeiten verkürzen
Insbesondere Potenzial-, Kontaktquerverweise sowie automatische Kabel- und Betriebsmittelkennzeichnungen für die Vor-Ort-Beschriftungen sind entscheidend, um auftretende Störzeiten zu minimieren. Dafür sind einheitliche eletrotechnische Unterlagen die Basis. Nur so kann man bei späteren Modifikationen an fremdgelieferten Maschinen oder Prozessanlagen von sich aus die notwendigen Änderungsmaßnahmen einleiten und mit vertretbarem Aufwand durchführen. Da sich Eplan bei den meisten Zulieferern als CAE-Werkzeug durchgesetzt hat, ist hiermit eine einheitliche, standardisierte Projektdokumentation gesichert.
Eplan setzt bei der Projektierung nicht zwingend die Auswahl von bestimmten Bauteilen für die Erstellung von Stromlaufplänen voraus. Der Projekteur muss sich nicht bereits in der Planungsphase für Bauteile von bestimmten Herstellern entscheiden. „Wir nutzen hier die Funktionalität von Eplan, dass man planen kann, ohne sich früh festlegen zu müssen. Wir zeichnen nur die Spule des neuen Relais und setzen die Kontakte dazu. Damit erhalten wir kein bestimmtes Relais, sondern eines, das für alle Pläne gilt“, erläutert C. Labenski. „Eplan setzt nicht zwingend eine Artikelselektion für Bauteile voraus“, so Thomas Barth, Produktmanager bei der Eplan Software & Service GmbH & Co. KG, Monheim.
Innovativ in jede Richtung
Nicht nur in Sachen Geschmack ist man bei „Ritter Sport“ Up to Date, sondern gerade in der Verwendung moderner Produktionstechniken. So setzt man dort neben bewährter SPS-Technologie wie S5 und S7 auch Feldbustechnologien ein. Die Programmierung der SPS wird zumeist selbst durchgeführt. „Hier unterstützt uns ebenfalls die Funktionalität von Eplan, indem man Adressen direkt übernehmen kann. Das vereinfacht die Programmierung und spart Zeit“, so Jürgen Kussmaul, ebenfalls elektrotechnischer Projekteur. „Durch die flexible Gestaltung der Adressenbezeichnung kann die Organisation z.B. für die Instandhaltung sehr stark erleichtert werden. Wir erreichen so eine klare Übersicht über unsere Anlagen.“
Mit Eplan können die Adressenbezeichnungen der SPS-Systeme frei vergeben und die Betriebsmittelkennzeichen automatisch integriert werden. „Das setzen wir genau so im SPS-Programm um, indem wir die Eingänge der SPS adress-bezogen bezeichnen, z.B. 125S4.0 für Schalter Seite 125 und Eingang 4.0 der SPS. Bei einer Störung erkennt man anhand der Bezeichnung sofort, welcher Ein- oder Ausgang fehlerbehaftet ist“ erklärt C. Labenski. Das Ergebnis ist eine deutliche Zeitersparnis, vereinfachte Fehlersuche und dadurch verkürzte Maschinenstillstandszeiten.
Schnittstellen nach außen
Die Eplan Software & Service sieht auch im täglichen Planungsalltag weitere Effektivitätspotenziale. Vorstellbar wäre eine direkte Anbindung von Eplan an ein Warenwirtschaftssystem. So könnte der Projekteur in der Planung bereits die Verfügbarkeit von Bauteilen feststellen. „Das ist mit Eplan möglich und wird über die zertifizierte Schnittstelle zu SAP R/3 vielfach genutzt“, so T. Barth.
Eine weitere strategisch wichtige Schnittstelle wurde jetzt auch zwischen Eplan 5.20, dem von Phoenix Contact angebotenen Interbus-Tool CMD (Configuration, Monitoring, Diagnostic) und dem IEC-1131-3-Programmierwerkzeug PCWorx geschaffen. Die CAE-Software kann so auf die Feldbus-Projektierungsdaten zugreifen und automatisch einen dem aktuellen Projektstatus entsprechenden Schaltplan und die entsprechende Dokumentation der Bustopologie erzeugen.
„Bei den Conchen, also dort, wo die Schokoladenmasse verflüssigt wird, setzen wir Interbus als Feldbussystem ein. Dort kann die CMD-Kopplung unsere Arbeit erleichtern“, so C. Labenski. „Bisher war es nicht so einfach, diese Busmodule im CAE-System darzustellen und sinnvoll in die Betriebsmittelkennzeichnung zu integrieren“ erklärt T. Barth. „Mit der CMD-Kopplung kann man die Modulstrukturen des Bus-systems an Eplan übergeben, die dann automatisch in das Projekt aufgenommen wird und erhält so eine sichere sowie eindeutige Dokumentation“, so T. Barth weiter.
Ohne leistungsfähige moderne Softwareunterstützung, wie sie Eplan bietet, läuft in Zukunft nichts mehr. „Um im weltweiten Wettbewerb bestehen zu können“, so Claus Labenski abschließend, „muss man dem Markt Paroli bieten – das geht nur mit modernsten Werkzeugen – eines davon ist Eplan“.
Weitere Informationen eA 534
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