Balluff baut Kompetenz aus und lebt digitale Transformation

Interne digitale Transformation

Balluff baut Kompetenz aus und lebt digitale Transformation

Digitale Transformation
Balluff-Geschäftsführer Florian Hermle erklärt, wie sein Unternehmen Daten erhebt und nutzt Bild: Rüdiger J. Vogel/Konradin Mediengruppe
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Mit welchen Mitteln der Sensorik- und Automatisierungsspezialist Balluff seine Software- und Cloud-Kompetenz ausbaut und die digitale Transformation intern gelebt wird, erklärt Geschäftsführer Florian Hermle im Interview.

Interview: Jörn Kehle, Redakteur elektro AUTOMATION

elektro AUTOMATION: Wie stellt sich Balluff den Anforderungen der Digitalisierung?

Florian Hermle (Geschäftsführer Balluff): Industrie 4.0 lebt davon, dass wir durch mehr Daten bessere Entscheidungen treffen können. Durch das Vernetzen von Daten können ganz andere Erkenntnisse abgeleitet werden und genau hier leisten auch wir unseren Beitrag.

elektro AUTOMATION: Worin sehen Sie bei Balluff Ihre Aufgabe?

Hermle: Wir sehen es als unsere Aufgabe, für die Daten, die unsere Produkte an der Maschine generieren, mehr Verantwortung zu übernehmen und durch Datentransport und Auswertung bei den Kunden Mehrwerte zu schaffen. Für uns geht es darum, Daten auf allen Ebenen zu aggregieren und bereitzustellen. Genau da müssen wir sowohl im reinen Software- aber auch im Hardwarebereich klassische Edge-Gateway-Produkte und Edge-Computing-Lösungen anbieten und entwickeln. Für dieses ganzheitliche Portfolio haben wir im vergangenen Jahr die Unternehmen innovative software services (ISS) und Matrix Vision in die Balluff-Gruppe integriert. Ihr Know-how wird uns helfen, die großen Wachstumschancen der Digitalisierung besser und schneller zu nutzen und unser Portfolio im Bereich der Hard- und der Software zu erweitern.

elektro AUTOMATION: Übernimmt ISS in der Balluff-Gruppe künftig die Funktion des internen Software-Spezialisten?

Hermle: Wir haben ISS im letzten Jahr in die Unternehmensgruppe integriert, um unsere Digitalisierungskompetenz zu stärken. Wir arbeiten jetzt in einem gemeinsamen Softwarekompetenzzentrum, in das beide Unternehmen ihr Know-how gleichermaßen einbringen. Die ISS steuert dabei ihr Wissen auf dem Bereich der Softwareimplementierung und der Softwareentwicklung bei. Dabei setzen wir auf eine offene und modulare Plattform für das Ökosystem des Industrial Internet of Things.

elektro AUTOMATION: Welche Rolle spielen im Portfolio Edge- und Cloud-Computing?

Hermle: Wir haben vor zehn Jahren den Bereich der Netzwerktechnik aufgebaut und schon früh damit begonnen, die gewonnenen Daten auf eine höhere Ebene der Verwertbarkeit zu bringen. Jetzt sind wir soweit, dass wir sie auch in den Unternehmensnetzwerken zur Verfügung stellen können: Wir bewegen uns also vom Feldbus zum klassischen Ethernet. Dadurch haben wir die Möglichkeit, die Daten einerseits auf Firmenplattformen zur Verfügung zu stellen, aber andererseits auch in den wichtigen Cloud-Lösungen. Die Kompetenz von Balluff ist es dabei, Daten zu aggregieren und bereitzustellen. Und deshalb wollen wir sowohl im reinen Software- als auch im klassischen Hardware-Bereich Edge-Gateway-Produkte und Edge-Computing anbieten und entwickeln.

elektro AUTOMATION: Sie beleuchten dabei also mehrere Möglichkeiten?

Hermle: Richtig, denn es gibt ja auch unterschiedliche Anforderungen. Will unser Kunde die Daten zum Beispiel auf dem Panel einer Maschine bereitstellen, in seinem Unternehmensnetzwerk oder einer Cloud-Lösung? Diese Optionen eröffnen unterschiedliche Anforderungen an das Transportmedium, auf die wir vorbereitet sein müssen – vom Netzwerkmodul 4.0 oder einem Edge-Gateway bis hin zur Serverarchitektur. Prinzipiell ist alles möglich. Wir reden aber von einer skalierbaren Software, die auf unterschiedlichen Plattformen eingesetzt werden kann. Wir sehen uns in diesem Bereich aber nicht als klassischer Cloud-Anbieter. Unser Ziel ist es, unsere Kunden dabei zu unterstützen, ihre Daten bei Bedarf durch möglichst einfache Lösungen in die Cloud zu bekommen.

elektro AUTOMATION: Welchen Umsatz möchte Balluff zukünftig mit Software erzielen?

Hermle: Für uns ist die Hardware nach wie vor unser Kerngeschäft. Um das Thema Software weiter auszubauen, müssen wir mit der notwendigen Demut dranbleiben. Dabei ist immer zu bedenken, dass wir in die Softwareentwicklung für eine Automatisierungslösung die gleiche Zeit investieren, wie in die Hardwareentwicklung. Das bedeutet auch, dass wir diesen Mehraufwand als echten Mehrwert verkaufen müssen. Das ist eine Transformation, an der wir arbeiten und die wir aktiv gestalten.

elektro AUTOMATION: Wie lebt Balluff die „digitale“ Transformation im eigenen Unternehmen? Also: Wie wird man als mittelständischer Automatisierer attraktiv für neue „digitale“ Mitarbeiter?

Hermle: Balluff ist ein Familienunternehmen in vierter Generation. Unsere Leitwerte Fortschritt, Engagement und Offenheit sind dabei ganz klar im Unternehmen verankert und haben Bestand in unserer täglichen Arbeit. Doch natürlich entwickeln wir uns auf Basis unserer Werte weiter, denn wir wollen die digitale Transformation nachhaltig in unserem Unternehmen gestalten und in der gewohnten Balluff-Qualität und -Verlässlichkeit voranbringen. Dazu zählt für uns auch, den Mitarbeitern eine größtmögliche Flexibilität zu bieten, um Familie und Beruf vereinbaren zu können, beispielsweise indem sie das mobile Arbeiten im Homeoffice nutzen, soweit es sich mit der Arbeit vereinen lässt. So schaffen wir es auch, unsere Ressourcen effizient zu verteilen. Wir glauben, dass modernes Arbeiten auch bedeutet, sich nicht nur am Arbeitsaufkommen, sondern auch an den Bedürfnissen der Mitarbeiter zu orientieren, die sehr unterschiedlich sind. Deshalb gibt es bei Balluff individuelle Arbeitszeitmodelle, um allen Mitarbeitern ein angepasstes Umfeld anzubieten, in dem sie selbstbestimmt und gerne arbeiten. Unsere Personalabteilung prüft ständig neue Möglichkeiten, um das Arbeiten noch moderner zu gestalten.

elektro AUTOMATION: Zum Beispiel?

Hermle: Beispielsweise gibt es eine Betriebsvereinbarung „bring your own device“, sodass unsere Mitarbeiter bereits seit mehreren Jahren ihr eigenes Gerät benutzen dürfen. Damit kann natürlich auch unser firmeninternes Intranet und Internet genutzt werden. Wir versuchen unseren Mitarbeitern so ein gewisses Maß an Flexibilität zu ermöglichen und bringen ihnen Vertrauen entgegen. Natürlich halten wir dabei die geltenden Datenschutzvorschriften ein. Zudem setzen wir auch selbst auf fortschrittliche Technik wie die flächendeckende Einführung von Videokonferenzsystemen, um das Thema Reiseeffizienz anzugehen. Zusätzlich zu den Reisekosten, die wir hier bereits einsparen konnten, haben wir so auch deutlich mehr Abstimmungsmöglichkeiten geschaffen. Kollegen aus unterschiedlichen Ländern können wichtige Themen in enger Abstimmung miteinander besprechen und dadurch besser zusammenarbeiten.

www.balluff.de

Details zu Industrie 4.0
bei Balluff

http://hier.pro/2OuFS

Messe: SPS IPC Drives, Halle 7A, Stand: 303


Florian Hermle, Geschäftsführer, Balluff GmbH
Bild: Rüdiger J. Vogel/Konradin Mediengruppe

„Für uns ist die Hardware nach wie vor unser Kerngeschäft. Um das Thema Software weiter auszubauen, müssen wir dranbleiben und das mit der notwendigen Demut.“

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